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Abschlussbericht der Woche 3. Eine ganz subjektive Zwischenbilanz

+++ Bevor ihr loslest… +++ erst mal noch die Umfrage von der @biwi_uli mitmachen, ja? :) +++ (falls noch nicht teilgenommen) +++

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Keine Sorge. Die Woche ist nicht (ab-)geschlossen. Es darf und soll weiterdiskutiert werden.

Jetzt bin ich mal wieder dran. Mit dem Abschlussbericht zur 3. Woche, der “open”-Woche. Eher ein Zwischenbericht, denn es darf, ja es SOLL sogar weiterdiskutiert werden. Wie ihr euch denken könnt, ist der Wochenrundumschlag keine einfache Aufgabe für mich/uns. Ich schicke also gleich voran, dass es (m)eine subjektive Sicht auf die Dinge sein wird. In der Natur der Sache liegend nicht nur deshalb eine unvollständige. Aber wofür gibt es die Kommentarfunktion? Damit die #mmc13 Community vervollständige.

Der Startschuss mit den Impulsbeiträgen

Wie in den beiden Wochen davor habe ich die Impulsbeiträge als besonderen Anschubser erlebt, loszulegen, weiterzudenken.

Ihr wollt Beispiele?

Von Anja habe ich mitgenommen: “Was ich über die Jahre lernen musste, war loszulassen von dem Anspruch, eine bestimmte “Message” über die Anlage des Kurses vermitteln zu wollen, sondern auf dem persönlichen Interesse aufzusetzen”. Vor der Lektüre und Verarbeitung wäre meine Message an euch gewesen: Schafft eure Learning Management Systeme ab (obwohl ich das nach hier wieder ein wenig bestätigt sehe) und macht eure ”Lehre” öffentlich.  Mittlerweile habe ich mich durchgerungen zu … konzipiert euer Angebot, wie ihr es nach eingehender Überlegung wollt. Alle möglichen Formate können “gut” sein.

Von Jörg und André habe ich mitgenommen: Selbst die besten Motivatoren müssen einen gaaaaaaanz laaaaaaangen Atem haben. Woran es – bis auf rühmliche Ausnahmen – liegen könnte, dass relativ wenig BISHER zusammen gekommen ist, diese Frage (in Form von detaillierteren Fragen) stellt sich vorhin auch die Cornelie hier.

Was hat euch an den Impulsbeiträgen angesprochen? Denn über eines bin ich mir sicher. Nicht nur braucht es einen Impuls (von denen es in allen Beiträgen geradezu gefeuert hat), es braucht auch einen empfänglichen Boden, auf dem sich dieser – vielleicht auf ganz andere Weise wie intendiert und gedacht – weiterentwickeln und entfalten kann.

Die Live-Synchron-Sessions

Apropos Entfaltung. Es ist doch immer wieder eine Überraschung, in welche Richtungen sich die Gespräche – selbst wenn man sich als Moderator/in einen groben Plan über den gewünschten Verlauf gemacht hat, hin entwickeln. Nicht zuletzt über eure Live-Einwürfe insbesondere auf Twitter hin. Und überraschender Weise werden die Live-Sessions auch als Konserve noch nachträglich abgerufen. So zeigt mir die in YouTube integrierte Statistikfunktion z.B. an, der Freitag-Hangout (der ausnahmsweise an einem Donnerstag stattfand ;) ) sei 190 mal nachgeschaut worden. Zwar nicht in Gänze, aber an der Interpretation der weiteren Daten arbeite ich noch. ;) )

Bildschirmfoto 2013-02-05 um 20.51.30

Wie sieht es mit euch aus? Bringen euch die Synchron-Sessions in der Thematik weiter? Könntet ihr darauf verzichen, oder wenn nicht, was ist es dann genau, was euch anspricht? Hier ist übrigens Gib mir ein O wie Open. Wirklich? nachschaubar, dort die Open Late-Night-Show vom Sonntag.

“Fallstricke der Mediennutzung”

Eure Beiträge waren so vielfältig und verschiedenartig, dass diese auswahlmäßig in einem Abschnitt in einem Wochenabschluss-Post im Grunde mehr als unangemessen und schlicht und einfach vermessen ist. Ich verweise deshalb (wieder einmal) auf unseren Blog-Aggregator. Trotzdem noch ein paar Einzelne im Folgenden herausgegriffen, die nämlich, die mir in den letzten Stunden noch ganz zufällig untergekommen sind. Z.B. die Fallstricke der Mediennutzung, bei denen ich mir an der einen oder anderen Stelle man an die eigene Nase gefasst habe. Oder

Der mOOC als MOOC-Enabler

Auch wenn ich am Anfang der Idee des mOOC als MOOC-Enabler (also sozusagen eines vorgeschalteten Mini-MOOCs) skeptisch gegenüber stand, so gefällt sie mir mit jedem Tag besser. Warum ich skeptisch war? Von der Grundidee eines MOOCs hatte ich immer angenommen, dass man das, was man zum MOOCen braucht auch beim MOOCen lernt. Oder zumindest lernen kann. Wenn man sich z.B. genug Zeit dafür nimmt. Mittlerweile denke ich, warum mir nicht mal was einfach ZEIGEN lassen. Und da gibt es so Einiges bei mir, was noch ausbau-, verbesserungswürdig wäre, was es für mich noch näher zu entdecken und erforschen gäbe. Z.B. Videos zu Produkten zusammenschneiden, die kurz und auf den Punkt sind. Oder wie man einen Blog-Post, der bereits existiert, SEO-technisch “aufmotzt”. Oder wie ich mein Monitoring perfektioniere. Oder oder.

Was würdet ihr euch gerne mal von jemandem zeigen lassen, in welche Bereich möchtet ihr euch noch tiefer einarbeiten, was vielleicht mit ein bisschen Hilfe von jemandem, der’s kann, schneller gehen kann?

Was heisst “offen” überhaupt?

Wir haben bewusst nicht vorab definiert, was wir unter offen verstehen wollen. Open Educational Resources waren ein wichtiges Thema der Woche, aber MOOCs heissen nicht nur offen, weil die Lernmaterialien frei sind und bei einigen Kursen, die MOOC heißen, ist nicht einmal das sicher. Sonja Rigleb hat acht verschiedene Bedeutungen von “open” Sonja Rigleb gefunden. Sie alle sind für MOOCs relevant, aber es wäre wohl ein eigener MOOC nur über Offenheit nötig, um sie alle gründlich zu diskutieren. Auch Christian F. Freisleben-Teutscher denkt über die Bedeutungen des Begriffs offen nach. Im Zentrum seines Verständnisses von Offenheit steht das Teilen.

Königsweg Creative Commons

Open Educational Resources waren ein zentrales Thema der Woche—und in diesem Zusammenhang ist viel klarer als in anderen, was mit offen gemeint ist: Lernmaterialien, die so lizensiert sind, dass sie von Lernenden und Lehrenden frei genutzt, verändert, angepasst und weitergegeben werden können. Hier ist frei im Sinne von free speech gemeint, wobei es sich aber in der Regel auch um Material handelt, das kostenlos zur Verfügung gestellt wird (also frei wie free beer ist). Der Weg dazu sind die Creative Commons-Lizenzen. Vor allem Joerg Lohrer und André J. Spang haben uns ja erklärt wie man sie verwendet und dass es nicht weh tut, Material in die Community zu geben, das man selbst nicht für perfekt hält. An der These, die CC-Lizenz sei der Königsweg zur Offenheit, gab es jedoch auch Kritik, so schon im Impulspost von Torsten Larbig: Creative Commons und Urheberrecht stünden nicht in dem Konfliktverhältnis, in dem sie oft gesehen werden. Auf diese Kritik, nicht an Creative Commons, sondern an ihrer Interpretation, sind wir vielleicht zu wenig eingegangen, oder: Wir haben uns zu wenig mit dem Urheberrecht selbst beschäftigt, das ja die Urheber gerade bei der Nutzung ihrer Werke davor schützt, dass ihre geistige Leistung nicht anerkannt oder verfälscht wird. Ein Blick ins Urheberrecht hätte uns vielleicht vor der Befürchtung geschützt, dass Creative Commons bedeute, dass unter dem eigenen Namen Material in Umlauf ist, mit dem man nur noch indirekt zu tun hat.

Wiederholt wurde auch angemerkt, dass die Creative Commons-Lizenzen nicht einfach zu verstehen sind, so in den Kommentaren von Peter Addor hier. Es gab auch einen Hinweis auf die Kritik Michael Seemanns an den CC-Lizenzen. Vielleicht verstehen gerade Akademiker und Publikationsprofis zu wenig, wie schwierig es ist, sich für eine dieser Lizenzen zu entscheiden, wenn man nicht laufend mit Veröffentlichungen zu tun hat.

Kann ein offener Kurs geschlossen werden?

Auch in dieser Woche waren wir mit den Ereignissen um MOOCs da draußen verbunden. Für das Thema-Offenheit interessant: Coursera musste einen MOOC ausgerechnet zu den “Fundamentals of Online-Education schließen, nachdem sich Teilnehmerinnen massenhaft über die Qualität beschwert hatten. Damit waren aber auch die Arbeiten der KursteilnehmerInnen, die bisher entstanden waren, nicht mehr zugänglich. Genau hier stellt sich die konkret die Frage, wie offen das Coursera-Modell überhaupt ist: Die Rechte an den eigenen Arbeiten verliert man offenbar. George Siemens hat den Vorfall als Anlass genommen, über Offenheit bei Lernprozessen zu reflektieren. Spätestens im Wiki, das in der übernächsten Woche entstehen wird, sollten wir versuchen, eine praktikable Definition von Offenheit bei MOOCs vorzuschlagen.

Grenzen der Offenheit

Ein Thema, das ausdrücklich oder unausdrücklich immer wieder auftauchte: die Grenzen der Offenheit. Lässt sich Offenheit beliebig steigern? Ist Offenheit um jeden Preis sinnvoll? Ton Zijlstra schlug das Thema schon in der Startdiskussion an, und er bloggte dann ausführlich dazu. Tons These: Es gibt Lernsituationen, in denen Lernende Schwäche zeigen. Völlige Offenheit kann sie blockieren. In einem Netzwerk ist Transparenz der Default-Wert, aber wir leben nicht nur in einem Netzwerk. Wir müssen auch außerhalb des Netzwerks existieren, um überhaupt etwas ins Netzwerk einzubringen. In einem Netzwerk sind dunkle Knoten unsichtbar. Aber auch völlig transparente Knoten lassen sich nicht wahrnehmen.

Ton Zijlstras Überlegungen dürften nicht viel KursteilnehmerInnen widersprechen. Konsens darüber, wo die Grenzen der Offenheit sinnvoll zu ziehen sind, haben wir aber noch nicht erreicht. Jasmin Hamadeh stellte Offenheit als Prinzip am deutlichsten in Frage. Malou Buelow nimmt mit der Gleichsetzung open = smart) die Gegenposition ein. Hintergrund bei beiden: Schade oder nutze ich mir, wenn ich teile und das vor allem dann, wenn ich mein Wissen auch ökonomisch verwerten muss.

Die perfekte Überleitung in die Woche 4 – “Und was ist mit der Kohle?”

Was immer also wieder eingeworfen wurde, wenn es um “open” ging, waren (ich schreibe es jetzt mal vereinfacht hin) Einwände wie

  • Aber wenn ich alles oder auch nur Teile von dem was ich weiß in ein OER-Produkt reingebe, wer ist dann noch an meiner Fach-Expertise interessiert?
  • Aber wie könnte ich meine Produkte offen zur Verfügung stellen, das sind doch die, die ich verkaufen will.
  • Wenn alles, was ich bisher verkauft habe, um meinen Lebensunterhalt zu verdienen, “offen” wird, wie muss ich dann mein Geschäftsmodell umstricken, dass ich weiter überlegen kann?

Soweit von uns, der subjektive Blick auf die vergangene Woche.

Doch es gab noch viel mehr

Und? Was haben wir vergessen, übersehen, nicht wahrgenommen? Macht es unvergessen und wahr, über Kommentar. Jetzt!

Für heute für das Team, Monika

Comments
One Response to “Abschlussbericht der Woche 3. Eine ganz subjektive Zwischenbilanz”
  1. Fontanefan sagt:

    Für mich als Lurker sehr wichtig. Habe manches Übersehene gefunden und eine 2008 von mir angefangene Seite aktualisieren können.
    Herzlichen Dank!

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