MOOC-Debatten im Netz

… und es hat moooooooooooc gemacht! +++ Die D-A-CH MOOC News 48-2012

Ab sofort geben wir Euch jede Woche einen Überblick über die jüngsten Veröffentlichungen in Blogs und anderen Social Media im deutschsprachigen Raum rund um Open Online Courses.

Ist Euch auch was aufgefallen in den letzten Tagen? Es wird hierzulande wieder verstärkt über MOOCs diskutiert – aus aktuellen Anlässen:

 

Nachlese zur Campus Innovation

In der vergangenen Woche fand die Campus Innovation in Hamburg statt, auf der gleich mehrfach über MOOCs referiert und diskutiert wurde, unter anderem von und mit Claudia Bremer, Dr. Joachim Wedekind sowie Prof. Dr. Rolf Schulmeister, welcher in diesem Jahr gemeinsam mit Sandra Hofhues und Burkhard Lehmann an verschiedenen MOOCs als “undercover student” teilgenommen hat und auf der Tagung über seine Erfahrungen berichtete. Der Mitschnitt seines Vortrags soll demnächst online gestellt werden (Update und Link folgt).

Joachim Wedekind erklärt in seiner Nachlese zur Campus Innovation sehr anschaulich den Unterschied zwischen xMOOCs und cMOOCs. Das kleine c = connectivistic steht für ihn für “ein Modell der partizipativen Organisation des Lernens, also wie in einer (temporären) Community mit- und voneinander gelernt werden kann”. Claudia Bremer liefert demgegenüber in ihrer Rückschau eine sehr umfangreiche kritische Betrachtung der xMOOCs, die zurzeit von den usamerikanischen Universitäten gepusht werden. Dabei beteiligt sie sich nicht am xMOOC-Bashing, sondern bringt sehr gut auf den Punkt, warum diese sehr verschulten Angebote sehr wohl ihre Daseinsberechtigung haben.

Claudia Bremer betont in Bezug auf cMOOCs, dass diese

“eher im Weiterbildungskontext anzusiedeln sind und für mich oft eine Fortbildung von schon sehr qualifizierten Menschen darstellen, die Zeit und Interesse haben, sich im Verbund mit anderen Lernenden fortzubilden und auszutauschen. Sie nähern sich damit manchmal fast eher einer online Konferenz als einem online Kurs”.

Oh ja, das trifft auf unseren MOOC-Maker Course in jedem Fall voll zu! Doch in diesem Zusammenhang hat Volkmar Langner etwas sehr wichtiges auf der Campus Innovation getwittert:

Wir werden uns mit diesem Thema auseinander setzen müssen, wenn wir nicht das “open” in gewisser Weise wieder ad absurdum führen wollen, oder? Einstiegshürden und -barrieren sind in der Bildung schon immer ein Stein des Anstoßes gewesen…

 

Online Educa mit MOOC-Special

Zurzeit findet die Online Educa in Berlin statt, und gestern wurde auch dort über MOOCs referiert, unter anderem von Claudia Bremer sowie Hannes Klöpper, einem der Gründer von iversity.

Die Charts der Präsentation “Making Sense of Free Massive Education: Disruptive, Natural Evolution, Savior” von Gary W. Matkin, University of California, ist bereits auf Slideshare verfügbar. Was an der Präsentation wieder einmal etwas frustrierend ist: Auch Matkin schaut nicht weiter zurück als März 2011 und ignoriert die MOOCs von Georg Siemens und Stephen Downes komplett. Was an seiner Präsentation jedoch beachtenswert ist, sind seine Vorhersagen bezüglich der Effekte von MOOCs auf Hochschulbildung sowie seine Aufstellungen der Monetarisierungsansätze von Coursera & Co, z.B.:

 

Schweizer Hochschule ist bei Coursera dabei

Es ist eigentlich keine Neuigkleit, aber dennoch wollen wir es hier und heute auch noch einmal hervorheben: Als einzige kontinentaleuropäische Universität ist die Eidgenössisch Technische Hochschule Lausanne (EPFL) aus der Schweiz mit offenen Oline-Kursen auf Coursera dabei. Coursera, ein Start-Up mit finanzieller Unterstützung von namhaften US-amerikanischen Hochschulen wie Standford University und Princeton, vereinigt zurzeit 43 Hochschulkurse von 35 verschiedenen Universitäten, davon 25 aus den USA, mit bis dato fast 2 Millionen angemeldeten TeilnehmerInnen.Die EPFL aus Lousanne ist mit 3 Kursen bei Coursera dabei – zwei davon finden auf englisch statt, einer auf französisch. Bei den EPFL-MOOCs wird es keine ECTS-Punkte geben. Doch die NNZ schrieb bereits im Juli 2012: “Vetterli will nicht ausschliessen, dass in Zukunft irgendeine Form der Bestätigung ausgegeben wird. «Wir haben gegenüber den USA einen Wettbewerbsvorteil», sagt er, zumal hierzulande der freie Zugang zur Bildung noch immer politischer Wille ist und die Qualität der Lehre nicht durch die Einnahmen der Hochschule, sondern in erster Linie durch staatliche Mittel gesichert wird.”

 

Flipped Classroom meets MOOCs

Und dann war da in dieser Woche ja auch noch dieses wunderbare Video-Gespräch von Claudia Bremer und Prof. Christian Spannagel anlässlich des Workshops “Blended Learning” auf dem Fakultätentag Informatik in Jena. Wir hatten es ja bereits zum Anlass genommen, unseren Anspruch an die Live-Events im MMC13 klar zu umreißen.

 

Der MOOC-Maker Course zeigt Wirkung

Und last but not least gibt es auch schon die ersten Veröffentlichungen im Zusammenhang mit unserer Ankündigung des am 16. Januar 2013 startenden MOOC-Maker Course #MMC13 – und das ist weit mehr, als wir als Effekt in diesem frühen Stadium unseres Projektes zu hoffen wagten: Der deutschsprachige MOOC-Diskurs gewinnt also (wieder) an Dynamik!

> MOOCs und das Wissensmanagement im Intranet  M. L. Höfer stellt sich die Frage, inwieweit MOOCs ein geeignetes Format für betriebsinternes Wissensmanagement im Intranet sein könnten und plant gleich eine ganze Blog-Serie dazu. Und auch der 2. Teil der Serie von M. L. Höfer ist bereits erschienen, in dem er tiefer in die Frage einsteigt, was zum Gelingen eines betriebsinternen MOOCs mit Hilfe eines Intranets beiträgt. Ihn interessiert das Phönomen MOOC, “da es einen Nerv trift und Inspirationen bietet, wo ich einen Mangel sehe: Den Mangel dass mir die meisten “Wissensmanagement”-Ansätze, vor allem aus IT-Sicht, zu mechanistisch sind, und mir die Aspekte des (selbstorganisierten) Lernens fehlen.”

> How to MOOC? Social Media und OER als neue Bildungstrends – und Forschungsfragen  Prof. Dr. Andreas König (Leiter des Center for Education and New Learning an der ZHAW) rezensiert in seinem lernblog.ch den aktuellen Aufsatz “Making Sense of MOOCs: Musings in a Maze of Myth, Paradox and Possibility.” (PDF!) von Sir John Daniels und zieht folgendes Fazit: “Insgesamt ist der Text von Daniel eine gute Annäherung an MOOCs aus organisationaler Sicht. Seine Befassung mit kritischen und paradoxen Seiten oder möglichen Geschäftsmodellen ist wertvoll und für interessierte Hochschulmanager durchaus relevant.”

> MOOCs und “Commitment” – über die Bedeutung von Anmeldungen, Sonderrollen und weitere Selbstverpflichtungen  Monika E. König aus dem Kreise der MMC13-GastgeberInnen versucht sich in einer Antwort darauf, warum eine Anmeldung in einem so offenen Format wie einem MOOC von besonderer Bedeutung ist für den eigenen Lernprozess. Monika geht aber noch ein paar Schritte weiter und erläutert sehr anschaulich, warum welche weiteren Elemente eines MOOCs die TeilnehmerInnen innerlich involvieren, fokussieren und die Selbstmotivation stärken – dazu gehören beispielsweise das empfohlene Lerntagebuch oder auch die Übernahme einer kleinen Zusatzaufgabe im MOOC (von denen wir übrigens etliche im Angebot haben…): “Eine solche Sonderrolle wurde meines Wissens erstmals durch Johannes Moskaliuk im Rahmen des #ocwl11 geschaffen, und zwar die Rolle der Paten.”

> MOOC-Maker-Backrezept von Georg Siemens im Elchtest  Und noch einmal Monika E. König, diesmal setzt sie sich mit der Präsentation “Designing, Developing and Running a MOOC” von Georg Siemens auseinander, indem sie die von ihm genannten 9 Schritte ganz konkret auf unsere MMC13-Planung bezieht. Mit diesem Beitrag gibt Monika erste Einblicke in unseren eigenen Planungsprozess. Wir werden selbstverständlich auch weiterhin “die Hosen runter lassen”, damit alle von unseren Fehern lernen können… ;-)

>>> Blond und blauäugig zum MOOC?  Kristina Lucius beschreibt offen und ehrlich, wie sie in den vergangenen Tagen erstmals intensiver in Kontakt mit dem Konzept MOOC gekommen ist und was sie zur Teilnahme am MMC13 bewegt.

 

In eigener Sache: Wir sagen DANKE!

Am 7. November – also vor drei Wochen und zwei Tagen – haben wir erstmals öffentlich über unsere MOOC-Pläne gesprochen, am 8. November ging howtomooc.org an den Start, ohne dass wir eine/n einzige/n Experten/in angefragt hatten…

Heute sehen wir mit Begeisterung auf ein prall gefülltes Programm, das mittlerweile durch 27 Zusagen für Impulsebeiträge, Live-Diskussionen und begleitende Evaluationen veredelt wird. Dazu kommen 120 Followers auf Twitter und täglich über 200 bis 300 Besuche von eindeutigen IP-Adressen im Blog, und darüber hinaus all die Kommentare, @Replies, DMs und E-Mails von Menschen, die uns mit ihren Ideen und ihrem Know-how inspirieren, überraschen, beeindrucken…

Liebe EduPunks, Rebellen des Lernens und Visionärinnen der Lehre, ohne Euch wäre das hier alles nix! Der MOOC-Maker Course ist vom ersten Tag an ein offenes Projekt und lebt ausschließlich von der Resonanz derer, die sich von unserer Idee inspirieren lassen.

 

Danke, Ihr habt wahrlich ein Herz für MOOCs!

Ein Herz für MOOCs

 

Comments
2 Responses to “… und es hat moooooooooooc gemacht! +++ Die D-A-CH MOOC News 48-2012”
  1. jens sagt:

    hey, habe gerade einen interessanten mooc zur idealen Stadt im 21. Jahrhundert gefunden: http://www.facebook.com/LeuphanaDigitalSchool

  2. Hallo Jens,

    danke für den Hinweis! Wir sammeln also gleich mal für die nächste Ausgabe der D-A-CH MOOC News;-)

    Der MOOC der Leuphana Hochschule ist auch schon auf unserem Radar aufgetaucht – definitiv ein Anwärter für unsere Serie “MOOCs im Portrait”.

    Außerdem hoffe ich, dass wir jemanden aus dem Leuphana-MOOC-Team als Experten/in für unseren MOOC-Maker Course gewinnen können, die Anfrage läuft…

    Der Kurs “ThinkTank – Ideal City of the 21st Century” startet am 9. Januar 2013 – also genau eine Woche vor unserem, so dass wir bestimmt auch aus TeilnehmerInnen-Sicht ein paar interessante Einblicke im Rahmen unseres Meta-MOOCs austauschen können. Machst Du da mit?

    Viele Grüße
    Dörte

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