What-is-a-mooc-corniers_01

Und Tschüß! :)

+++ Gibst Du uns Feedback? Im FEEDBACK-FORMULAR +++

+++ Den Link zu den Ergebnissen der MOOC TREND UMFRAGE findet Ihr HIER. +++

Liebe EduPunks, Ihr Rebellen des Lernens, Visionärinnen der Lehre,

es ist soweit: Der MOOC Maker Course 2013 ist offiziell zu Ende. Und mit diesem Post sagen wir Tschüß – aber nicht ohne ein paar persönliche Abschiedsworte…

… von Dörte:

Dieser MOOC wurde nicht von langer Hand vorbereitet, er war so spontan und unmittelbar, wie Ihr ihn erlebt habt. Er wurde vor Euren Augen kreiert, entwickelt und aufgebaut. Wir hatten, bevor wir mit der Seite howtomooc.org am 8. November 2012 online gegangen sind, gerade mal eine Handvoll Entscheidungen getroffen – und zwar innerhalb von ca. 4 Wochen. Dazu gehörten:

  1. Wir machen einen MOOC über das MOOC-Machen.
  2. Wir drei sind ein in sich völlig gleichberechtigtes Gastgeber-Team.
  3. Wir nutzen ein Blog als Headquarter und streben damit die Dezentralität der Lern-Community an wie in den “ursprünglichen” (c)MOOCs und wir experimentieren in der letzten Phase des MOOCs mit einem Wiki als kollaborativer Wissensbasis.
  4. Wir geben eine (die Euch bekannte) Themenstrukturierung im Wochentakt vor. (Und dass der MOOC nicht länger dauert, indem wir pro Thema zwei Wochen Zeit einplanen, hat einen simplen Grund: Wir packen das nicht zehn Wochen lang.)
  5. Wir definieren ein paar Sonderrrollen – Impulsgeber/innen, TalkGäste und Reflektoren/innen -, vor allem um Teilnehmer/innen vorab zu verbindlichen Beiträgen zu motivieren.

Mehr war nicht, als wir am 8. November 2012 online gegangen sind. Ab dann ward Ihr “live” dabei. Wir haben öffentlich aufgerufen, sich eine Sonderrolle zu schnappen, wir haben die Lektüretipps pro Wochenthema sukzessive erweitert, wir haben uns erst im Laufe des Novembers entschieden, wie wir den Anmeldeprozess gestalten wollen – ja, sogar, ob wir denn nun konsequent duzen oder siezen, haben wir mit Euch öffentlich diskutiert (ich war anfänglich sogar fürs “Sie” und hab mich von Euch überzeugen lassen…).

Ich habe in den vergangenen vier Monaten viel über Transparenz gelernt. Es ist eine echte Herausforderung, die eigenen Prozesse nach außen hin sichtbar zu machen und zu begründen, damit einhergehend Feedback zu erbitten und auch zu erhalten und dieses natürlich auch in den weiteren Prozess einzubeziehen – sich aber gleichzeitig nicht beirren zu lassen, wenn es gilt, ein Konzept konsequent umzusetzen, das dem ursprünglichen MOC-Gedanken von Stephen Downes und Georg Siemens stark nachempfunden ist. Das hat angeeckt, das wurde nicht immer verstanden, das haben wir zu spüren bekommen. Wir haben Euch immer intensiv zugehört und vieles miteinander abgewogen, was uns an Rückmeldungen erreicht hat. Nicht jedem Impuls kann man folgen, dass gilt als MOOC-Teilnehmer/in genauso wie als Gastgeber/in.

Ich habe in den vergangenen Wochen viel darüber gelernt, was es heißt, Gastgeberin zu sein. Ein Gastgeber ist in der ursprünglichen Bedeutung jemand, der einem Gast Unterkunft und Verpflegung gibt. Um Unterkunft und Verpflegung habe ich mich in den vergangenen 38 Tagen gern gekümmert. Und darum, ob sich auch alle Gäste bestmöglich miteinander unterhalten. ;-) So haben wir uns im Rahmen des MOOC ja immer bezeichnet – verwendet habe ich den Begriff von Anfang an als Synonym bzw. sinngemäße Übersetzung des Begriffs “Facilitator” (z.B. hier), den Heinz im MOOC-Maker-Wiki begonnen hat zu beschreiben, und den Stephen Downes und Georg Siemens in ihren ersten MOOCs für die Kenzeichnung ihrer Rolle verwendet haben. Überhaupt: Heinz!

… von Heinz:

Für mich war der #MMC13 eine Expedition – oder, bescheidener gesagt, eine Spritztour in eine Landschaft, die ich nur vom Vorbeifahren kannte. Und wie es mit unbekannten Ländern ist: Sie verändern den Reisenden. Ich habe selten in meinem Leben so schnell so viel gelernt.

Ich weiß jetzt, dass ich meinen Unterricht ganz anders aufsetzen muss: Ich kann nicht lehren, wie man im Web kommuniziert, und dabei Methoden benutzen, die sich für die Kultur der gedruckten Bücher entwickelt haben.

Ich habe verstanden, dass der Konnektivismus nicht eine exotische Option ist, sondern das Lernen in der Netzwerkgesellschaft beschreibt: Es wird vom Lernenden gesteuert, nicht vom Anbieter.

Ich habe erfahren, wie viel man mit einem kleinen Team auf die Beine stellen kann, dass sich selbst beauftragt und keiner Institution Rechenschaft abgeben muss.

Und ich habe erlebt, wie viel man in einem Netzwerk lernen und bewegen kann, dessen Mitglieder nicht an den Fetisch des berechenbaren Returm on Invest glauben. Ich bin allen dankbar, die Wissen, Erfahrungen und Gefühle im #MMC13 geteilt haben. Ich habe viele großzügige, originelle und witzige Menschen kennengelernt.

Was ich auch gemerkt habe: Die Social Media-Welt, die ich kenne und  in der ich arbeite – die “BarCamp-Welt” – und die Social-Media-Welt der Pädagogen und Didaktiker – die “EduCamp-Welt”- ähneln sich, aber man findet nicht leicht Brücken zwischen beiden. Die Social Media- und PR-Experten wissen zu wenig von Lernprozessen, obwohl es bei Social Media immer auch um den Austausch von Wissen und das Lernen geht. Und viele Education 2.0-Spezialisten verstehen sich nicht als Medienmacher, obwohl alle, die im Netz lernen, Medien verwenden und Medien produzieren.

Ich hoffe, dass ich bald an MOOCs teilnehmen kann, die Web Literacy und Medienkompetenz entwickeln. Und ich würde gerne dabei mithelfen, MOOCs medial aufregender und spritziger zu machen: Sie haben es verdient.

… von Monika

WAS. FÜR. EINE. AUFREGENDE. ZEIT.
Ich habe mit und von euch allen so viel gelernt, wie ich es kaum für möglich gehalten habe. Inhaltlich habe ich wohl das eine oder andere noch nachzuarbeiten. ;) Aber um den Inhalt alleine geht es ja bekanntlich nie.
Gar nicht so leicht ist es allerdings, dieses Gefühl, etwas gelernt zu haben, in konkrete Aussagen zu explizieren. Trotzdem der Versuch. Meine Top 5 Learnings:

  1. Mit Leidenschaft schafft es sich besser.
  2. So ein MOOC macht mehr Arbeit, als man (vorher) denkt. Und deshalb tut man gut daran, die Grenzen dessen, was man bereit ist, reinzugeben, möglichst vorher zu setzen UND öffentlich zu kommunizieren.
  3. Ins WIKI schreiben macht (erstaunlicherweise) Sinn und Spass. (Werde mir wohl ein eigenes für meine theoretischen Recherchearbeiten und Erkenntnisse anlegen.)
  4. Übung, Übung, Übung, Übung macht die Meisterin. Zwar bin ich noch weit weg, Moderations-Meisterin zu sein, aber auf dem Weg.
  5. Man muss nicht alles können. Aber es ist gut zu wissen, wer’s kann. ;) Und (auch) das lernt man beim MOOCen.

Und welche sind eure?

Jetzt bleibt mir aber wirklich nur noch zu sagen: Macht’s gut! Wir sehen uns. On oder off. Und immer schön weiterlernen…. :)

Jetzt geht’s erst richtig los …

Ein MOOC ist ja eigentlich mehr so etwas wie der Anfang von etwas – so hat es Dave Courniers in dem wohl bekanntesten Erklärbär-Video “What is a MOOC?” beschrieben (und zwar hier ab Minute 3.16):

“MOOCs sind ein Schritt in Richtung lebenslanges Lernen.

MOOCs fördern die Unabhängigkeit von Lernenden und ermutigen die Teilnehmer, in ihrem eigenen Webspace zu arbeiten

und authentische Netzwerke zu bilden, die sie nach Beendigung des Kurses leicht aufrecht erhalten können.

Ein MOOC kann genau die Art von Netzwerk-Bildung fördern, um die es beim Lebenslangen Lernen geht.”

(Original: “MOOCs are a step towards life long learning. MOOCs promote independence among learners, they encourage participants to work in their own spaces and to create authentic networks that they can easiliy maintain after the course finishes. A MOOC can promote that kind of network creation that lifelong learning is all about.”)

An diesen Grundsatz haben wir uns in diesem MOOC Maker Course gehalten, und so hoffen wir, dass Ihr Eure neu geknüpften oder verstärkten Netze auch weiterhin zum intensiven Austausch nutzt, dass Ihr Freude daran habt, auf im Rahmen des #MMC13 entstandene Veröffentlichungen Bezug zu nehmen und Euch auch weiterhin in Euren Blogs, Wikis, Podcasts und Google+ Communities (usw.) öffentlich Gedanken zu Open Education und Formen des MOOCens zu machen, so dass wir alle uns immer wieder aufeinander beziehen und (zusammen) finden können.

Wir Drei haben uns vorgenommen, dieses Blog auf howtomooc.org lebendig zu halten – es lohnt sich also, den Feed weiterhin zu abonnieren! Und wir werden das Wiki auf howtomooc.org/wiki/ als Admins pflegen und hegen und selbst fleißig Inhalte zu produzieren – und freuen uns darauf, mit allen, die Zeit und Lust haben, das MOOC-Maker-Handbuch voranzutreiben!

MOOC-Maker-Wiki und -Handbuch

Zu unser aller Orientierung (und damit wir uns selbst nicht zu viel Druck machen) schlagen wir vor, in zwei Monaten, nachdem wir uns kurz davor hoffentlich beim EduCamp in Hamburg leibhaftig getroffen haben – eine öffentliche Redaktionssitzung in Form eines Google Hangouts on Air abzuhalten, um den weiteren Produktionsprozess verbindlich zu besprechen.

Stichtag ist Freitag, der 19. April 2013.

Wenn das Wiki an dem Tag inhaltlich substanziell (=gefüllt) genug ist,
sodass es für ein Handbuch langt, machen wir eins.
Abgemacht? Abgemacht!

Bis dahin verlegen wir die Kommunikation untereinander direkt ins Wiki hinein, in das Gemeinschafts-Portal, auf die Diskussionsseiten der Artikel und die der Benutzerseiten.

Und jetzt tun wir’s. Wir sagen es wirklich:

Und tschüß!

;-)

Comments
8 Responses to “Und Tschüß! :)”
  1. Oliver Basel sagt:

    Im Entwicklungsprozess von MOOCs im deutschen Sprachraum ist dieser “MOOC MAKER COURSE” – der #MMC13 – ein prägender Meilenstein.

  2. Markus Jung sagt:

    Kurzform: Danke,…
    … dass ich bei diesem MOOC dabei sein durfte.
    … für dass, was ihr hier geleistet habt – ich bin davon sehr beeindruckt!
    … dass der MMC13 nicht so ganz hier endet, sondern in Blog und Wiki noch weiter geht.

    Etwas länger dann in meinem abschließenden MMC13-Tagebucheintrag in den nächsten Tagen.

  3. Liebe MMOC gastgeber, liebe Moni, lieber Heinz, liebe Dörte

    vieles von dem was ihr hier schreibt, hätte ich gestern gern gesagt, allem voran, dass ich eure transparenz so genossen habe, sie vor allem hat mir einen intensiven kontakt zu euch und dem geschehen ermöglicht. was den fetisch des berechenbaren return on invest betrifft bin ich froh, in euch und vielen anderen so eindeutige mitstreiter erlebt zu haben, die mir den paradigmenwechsel, in dem ich mich schon lange befinde, erleichtern und ihn unterstützen.
    das wesentliche, was lernangebote auslösen können, ist ja nicht das knopfdruck abrufbare faktenwissen, das, so wie nicht ständig angewendet, schnell wieder in den hintergrund unseres bewusstseins sickert. es ist die bereitschaft sich aktiv einzubringen. wie und wo das geschieht ist nicht vorhersehebar.
    ich werde eure dreamteamformation vermissen :-) ;-(

Trackbacks
Check out what others are saying...
  1. [...] im Einzelnen aufzuführen würde den Rahmen eines Blogartikels sprengen. Monika König fragt im MMC13-Abschluss-Blogpost nach den “Top 5 Learnings”. Daher fasse ich hier meine persönlichen “Top 5 [...]

  2. [...] gerade zu Ende gegangene MOOC Maker Course (#MMC13) hat ja noch einmal kräftig Staub aufgewirbelt (hier zum “Tschüss!”). Jay Cross, Internet Time Blog, 19. Februar [...]



Leave A Comment