Quelle: http://www.flickr.com/photos/hangout-lifestyle/5863310614/

Die #mooccash-Woche ist rum! War was?

Lieber #mmc13 MOOCer!

Ein letztes Mal habe ich die Ehre, einen Wochenabschlusspost zu verfassen. Und zwar zu einer Woche, die ich persönlich für die fast spannendste hielt, da ich ja gerne von dem, was ich liebe, auch leben können möchte. Und ich liebe es, mit euch #MMC13 zu sein! So, was ist also passiert in dieser Woche?

Die Impulsbeiträge wurden intensiv diskutiert:

Zum Wochenstart gab’s von Johannes Moskaliuk eine – im Laufe der Woche intensiv kommentierte – Wette. Er wettet, dass sein Finanzierungskonzept für seinen ich.kurs 13 funktioniert – im Angebot hat er folgendes: “Letzlich handelt es sich beim ich.kurs 13 also um einen kostenlosen xMOOC, der um einen kostenpflichtigen cMOOC ergänzt werden kann.” und wettet: “Es melden sich bis Ende März mindestens 1.000 Nutzer zum ich.kurs 13 an, mindestens 25% davon als zahlende Mitglieder. Ich setzte alles auf ein Karte. Wenn ich die Wette gewinne, beginnt der ich.kurs 13 am 22. April 2013. Wenn nicht, dann nicht.” In den Kommentaren ging es dann übrigens auch nicht nur ums Geld, sondern auch um die rechtliche Fragen, ob der ich.kurs Fernunterricht im Sinne des Gesetzes sei und damit staatlicherseits zulassungspflichtig. Man einigt sich untereinander: Nein, nicht ZFU-zulassungspflichtig. (Dörte, die ja in der Fernunterrichtswelt zu Hause ist, siehst das genau so, gibt aber selbstverständlich keine rechtsverbindlichen Auskünfte!)

Darüber hinaus hat uns Volkmar Langer mit seinen gleich 4 vorgeschlagenen Budiness Modellen (Einführung 1#4, Hochschul Verbund 2#4, Blended MOOCs im LLL 3#4 und Talent fishing via MOOCs 4#4) ganz schön auf Trapp gehalten. Der erste Kommentator, Oliver Tacke, entdeckt im ersten Modell alt bekanntes: “Fällt die Frage nicht in die altbekannte Strategie “Follow The Free”? Ein Produkt oder eine Dienstleistung wird kostenlos angeboten und mit Zusatzangeboten Geld verdient. Red Hat beispielsweise lebt damit ganz gut: Linux kostenlos, Service kostet.” Zum zweiten Modell kommentieren Knut und Martin Ebner in eine ähnliche Richtung: Wo sind die Unterschiede zu bestehenden Konzepten so mancher Fernuni? Martin Ebner ist zudem eher skeptisch, ob es wirklich einen Massenmarkt gibt, zum Beispiel in den MINT-Fächern. Vorsicht also bei Geschäftsmodellen, die sich erst durch sehr hohe Teilnehmerzahlen im Long Tail rechnen…

Gewohnt seriös stellte Jonas Liepmann in einem Video und einem begleitenden offenen Google Doc mit hervorragender Quellenarbeit die bis dato in den USA veröffentlichten und diskutierten Pläne der verschiedenen xMOOC Universities zusammen. Auch hier entspinnt sich eine rege Diskussion, hier dockt Boris Jaeger an, der anmerkt: “Kritisch sehe ich hierbei, wenn ein Unternehmen MOOCs im Rahmen seiner Corporate Social Responsibility (CSR) bzw. Unternehmerischen Gesellschafts-/Sozialverantwortung anpreist und dabei immer wieder auf weiterführende komerzielle Angebote hinweist.” MOOCs als Teil einer CSR-Strategie? Das hatte auch Cornelie Picht schon als Idee getwittert

Demgegenüber hat Ellen Trude (ex Bayer und aktuell Open Thinking) – wie immer mit viel Humor – einen besonders witzigen und (!) zum Denken anregenden Beitrag gebracht – und damit den @hamster44 glatt zu einer eigenen Produktion motiviert. #ilike

Wer übrigens auf Bewegtbild steht, schaut sich einfach die Aufzeichnung unseres Hangouts on Air zu #mooccash an – darin falen auch noch so einige interessante Thesen…

Und sonst so? Jenseits der Impulsbeiträge?

Da hat sich beispielseeise Jasmin Hamadeh gewohnt provokant einbrachte: cMOOC? Da kommt ja doch keiner. titelt sie und mutmaßt: “Es ist schwer, 10 – 15 engagierte Teilnehmende für einen MOOC zusammen zu bekommen. Egal, zu welchem Thema.” Das ist ganz schön viel Pessimismus, der sich da gerade unter den #MMC13-Teilnehmer/innen ausbreitet, oder? Noch desillusionierter klingt ihr – hoffentlich doch zynisch-scherzhaft gemeinter – Vorschlag einer Geschäftsidee à la wetakeyourclass.com (ein Tipp von Kommentatorin Cornelie Picht): Ihr cMOOC-Andock-Geschäftsmodell lautet schlicht:

“Wir nehmen an cMOOCs teil für Interessierte, die nicht die Zeit / den Nerv haben, in Hinblick auf ihre Fragestellungen mitzumachen.
- Basispakt: Kernfragen-spezifische Zusammenfassungen
- Upgrade1: Aktive Platzierung von Auftraggeber-Fragen
- Upgrade2: cMOOC als Marketinginstrument für Einzelpersonen und Unternehmen (Teilnahme-Profil nach Auftraggeber-Wunsch)”

Krass? Ja!

Darüber hinaus gab es etliche weitere Überlegungen zum #mooccash, unter anderem von Lore Ress, Guido Neumann, Christian F. Freisleben-Teutscher, Joachim Sucker, Sonja Ringleb, Jörg Lohrer … (Bestimmt haben wir viel übersehen und überhaupt die ganzen inhaltlichen Tweets zu #mooccash!)

Am Ende bleibt ein Punkt in dieser Woche sicherlich offen – Jörg Eisfeld-Reschke bemängelte das auf Twitter:

Diese Lücke lässt sich ja durchaus noch schließen – wir setzen da aufs Wiki…

Ganz nebenbei wurden übrigens auch in dieser Woche noch ein paar spannende Überlegungen zur Didaktik angestellt, unter anderem von Angelika Mogk und Werner Povoden, sowie zur Open-Frage, unter anderem von Hans-Jürg Keller. Und dann füllt sich auch die #MMc13-Flickr-Gruppe zunehmend mit CC-lizensierten Bildern rund ums MOOCen – danke dafür!

Was bleibt? Konflikte!

Was sich durdch die gesamte Woche durchzog, ist die tatsache, dass es wohl ein beträchtliches Spannungsverhältnis zwischen dem Themenbereich “Open” und dem Themenbereich “Geschäftsmodelle” gibt. So kommt es mir gleichsam schon so vor, als wäre es nicht möglich ein anderes Geschäftsmodell zu “fahren”, denn dasjenige, seine Brötchen anderweitig zu verdienen und die MOOC-Veranstaltung im Rahmen des Brötchen verdienens abzuarbeiten, oder aber nach dem Brötchen verdienen. (Wie wir gerade). Dies zumindest, ohne den Begriff des MOOC zu verlieren, … oder aber sich den Begriff des MOOCs unrechterweise anzueignen. Oder sehe ich das zu kritisch?

Auf der anderen Seite kann aber – so wurde mir über die Beschäftigung mit den dieswöchigen Beiträgen, insbesondere den Impulsbeiträgen – klar, eine Einschränkung auch befreiend wirken:

  1. Die Einschränkung des “Course”-Geschehens auf eine Lernplattform, kann vom auf die Suche gehen müssen, vom Monitoring des Beigetragenen befreien.
  2. Eine Einschränkung des “Massive” auf eine kleinere Gruppe, kann die Beschränkung auf das Antworten und das Reagieren auf dann ALLE aktiven Teilnehmer bieten. Und z.T. erst ermöglichen.
  3. Eine Einschränkung des “Open” macht für mich als Veranstalter das Eingeschränkte verkaufbar.
  4. Eine Einschränkung des “Online” – oder ist das hier eine Ausweitung – auf (auch) “Offline” kann mir die Betreuung der Kursteilnehmer als verkaufbares Element bringen.

Die Lösung?

Das Dilemma und Austarieren zwischen open und und dem finanziellen Aspekt wird wohl jede/r MOOC-Maker/in für sich – und dann zusammen mit den jeweiligen Teilnehmern/innen ausmachen und aushandeln müssen.

Wir jedenfalls wissen, warum sich der #MMC13 für uns auch ohne unmittelbarenb Geldfluss lohnt. Und das sind Gründe, über die vielleicht bisher viel zu wenig geredet wurde… Holen wir nach!

Versprochen, von
Monika und der Rest der #MMC13-WG

P.S.: Ihr habt noch nicht genug vom Wochenrückblick? Dann schaut mal bei unseren Reflektoren/innen nach: bei Andrea Brücken, Boris Jäger und Jutta Pauschenwein! Vielen Dank!

P.P.S.: Wir bitten hier und heute schon einmal um Eure engagierte Mitarbeit in der letzten Phase des MOOC Maker Course 2013: der Ergebnissicherung im MOOC-Maker-WIKI. Details dazu gibt’s im morgigen Wochenstart-Post von Dörte um 7 Uhr in der Früh sowie im Hangout on Air Special morgen (Mittwoch) Abend um 20 Uhr. Sehen wir uns?

P.P.P.S.: Wir hatten in dieser Woche ja zur gemeinsamen Entwicklung der dritten Teilnehmerumfrage aufgerufen. Wollt Ihr da noch Input geben oder sollen wir drei uns wieder was feines für Euch ausdenken? :-)

Comments
2 Responses to “Die #mooccash-Woche ist rum! War was?”
  1. Hallo mmc13 Maker!

    ich wollte für alle, die sich nach dem Hangout zu MOOC-Geschäftsmodellen noch tiefer für das Thema interessieren, meine Grundidee aus der Live-Session nochmal kurz zusammenfassen. Ich glaube, die Open-Education-Bewegung kann einiges von der Open-Source-Scene lernen, denn diese hat einen Vorlauf von 15 Jahren. Mittlerweile hat sich eine sehr ausdifferenzierte Sicht auf Geschäftsmodelle herausgebildet (z.B. http://www.opensourcejahrbuch.de/download/jb2004/chapter_02/II-5-Leiteritz.pdf), die sich danach unterscheiden, an welcher Stelle der Wertschöpfungskette ein Unternehmen Geld verdient (z.B. http://t3n.de/magazin/geschaftsmodelle-open-source-unternehmer-welche-ansatze-221154). Aus der OS-Bewegung heraus entstehen jetzt viele weitere “Open-Movements”. Wir merken das z.B. hier in Nürnberg, wo sich die Open Source Business Foundation (http://www.osbf.eu) nach und nach in eine Open Business Foundation (mit Themen wie Open Innovation, Open Data, Open Access, Open Spaces, Open Hardware, Open Content, Open Music etc.) entwickelt. Wen das näher interessiert und wer einige der Player mal live kennenlernen will, der ist herzlich zum OpenUPCamp zu uns nach Nürnberg eingeladen: http://www.osbf.eu/de/global/neues_und_termine/view/datum/2013/01/28/osbf-openup-camp – We are open :-)

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