Expert/innen on Air: Warum sind MOOCs offen?

Am Donnerstag um 17:00 war es wieder soweit: Experten on Air diskutieren das Thema der Woche des #MMC13.

Wann und warum sind Massive Open Online Courses offen? Was ist mit offen gemeint? Gibt es Kriterien dafür, wann ein Kurs offen ist? Was hat die Offenheit von MOOCs mit der von Open Educational Resources oder Open Access zu tun? Gibt es Grenzen für die Offenheit in MOOCs und wer legt sie fest?

Im Hangout On Air waren dabei:

Markus Deimann, der an der Fernuniversität Hagen über Offenheit im Bildungswesen forscht;

Martin Ebner, der das Lernen mit Open Educational Resources erforscht und sie z.B. mit dem L3T und der Open Content-Plattform der TU Graz realisiert;

Ton Zijlstra, der Organisationen zu effektiver Wissensarbeit im Netzwerkzeitalter berät und für die Europäische Kommission als Open Data-Evangelist tätig ist.

Katja Kohlstedt, Lore Ress und Jörg Lohrer haben sich spontan eingeschaltet und den Hangout zu einer offenen Runde erweitert.

Jöran Muuß-Merholz, der mit seiner Agentur die Wichtigkeit von Open Educational Resources in der Öffentlichkeit und der Politik kommuniziert, war leider aus technischen Gründen verhindert.  Aber es wird ja noch mehr Hangouts geben …

Vielen Dank allen, die mitgemacht haben, auch den vielen Kommentatoren (vor allem auf Google+)!

Fragen und Themenvorschläge haben wir in einem eduPad gesammelt, der während des Hangouts leider nicht zugänglich war. Wir kommen auf die Fragen sicher zurück.

Comments
11 Responses to “Expert/innen on Air: Warum sind MOOCs offen?”
  1. Werner Povoden sagt:

    Wann ist offen gleich offen? Die Beantwortung dieser Frage auf das Attribut kostenlos zu reduzieren würde zu einem Fehlschluss führen. Anwendungen wie Facebook, Twitter, Google+ usw. verlangen eine Registrierung um aktiv an den dort stattfindenden Kommunikationsprozessen teilzunehmen. Ist eine Registrierung erforderlich, erfährt das Attribut offen eine Einschränkung. Um aktiv an einem Hangout teilzunehmen ist die schon erwähnte Registrierung erforderlich, somit stellt dieses Konferenztool ebenfalls eine Einschränkung der Offenheit dar. Das Einbinden in eine Videokonferenz (Hangout) wurde auf den Seiten des Kurses auch als Fishbowl bezeichnet. Doch was versteht man hierunter in bezug auf Offen? Das Fishbowlprinzip ist nicht neu und wird quasi an den Volkshochschulen beim lesen eines Dialoges im Fremdsprachenunterricht schon lange praktiziert. Nur ist das eine geschlossene Veranstaltung und somit besteht keinerlei Einschränkung bei der Teilnahme.Wie schaute es aber bei virtuell kollaborativen Angeboten wie z. B. einem MOOC aus?

    Demokratische Prinzipien wie die gleichberechtigte Bedürfnisklärung aller Betroffenen finden oftmals aus verschiedenen Gründen nur schwer Einzug in Diskussionen. Dieses gilt besonders wenn unterschiedliche Eloquenz der Teilnehmenden eine Rolle spielt beziehungsweise ein hoher Grad an Spannungs- oder Frustrationspotential in den zur Disposition gestellten Fragen vorliegt.

    In diesen Fällen bietet es sich an, durch strukturelle Änderung des Diskussionsrahmens die Wirkung dieser
    Faktoren abzumildern oder wenn möglich sogar ganz auszuschließen. „Fishbowls“ bieten, wenn sie sinnvoll
    angewandt werden, eine gute Lösung für unterschiedliche strukturelle Probleme unserer ‚normalen’ Diskussions und Streitkultur. Sie entschärfen emotional aufgeladene Entscheidungsfindungsprozesse und schulen die Fähigkeit zur Artikulierung der eigenen Bedürfnisse aber auch das gegenseitige Zuhören. Zudem ist die realisierung dieser Möglichkeit auch und meiner Meinung nach, speziell in einem MOOC, eine motivierende Komponente.

    Das zuvor artikulierte Verständnis eines Fishbowl-Szenarios in Videokonfernzen sehe ich aber bei den Hangouts nicht. Für mich muss die Möglichkeit bestehen durch Anklicken eines Links mich direkt in die virtuelle Konferenz zu beamen wenn dies vom Veranstalter gewünscht wird.

    Eine weiter Frage die ich zur Diskussion stellen möchte bezieht sich auf das schon Eingangs erwähnte Wort “kostenlos” Das Betreiben einer Infrastruktur, das aufbereiten der OER Materialien sowie die Strukturierung der Infrastruktur eines MOOC’s nimmt sowohl zeitliche als auch finanzielle Ressourcen in Anspruch. Wie realitätsbezogen ist dann diese Sichtweise wenn man diese Lernform aus dem universitären Umfeld herauslöst.? Auch dort fallen Kosten an, nur werden die von den Beteiligten wahrscheinlich nicht unter diesem Aspekt wahrgenommen. Ist also ein Mooc nicht mehr offen, wenn ein Veranstalter einen minimalen finanziellen Beitrag erhebt für das Betreieb der Infrastruktur?

    Hier würde mich die Meinung von Martin Lindner interessieren.

    • Heinz Wittenbrink sagt:

      Danke für die Fragen, die ich persönlich alle für sehr wichtig halte. Hab sie auf dem eduPad verlinkt.

      Das mit dem spontanen in den Hangout-Hineinbeamen haben wir noch nicht gemacht, weil wir es technisch noch nicht beherrschen. Ich finde es auch wichtig – wobei man sich die “Dramaturgie” überlegen muss. Spätestens am Sonntagabend werden wir es probieren, vielleicht funktioniert es schon heute. (Zur Technik: Wir laden nicht als Seite zu dem Hangout ein, sondern persönlich , weil man nur dann Apps benutzen kann. Die teilnehmenden und die einladenden Personen sollten sich bei Google+ wechselseitig eingeladen haben. Heute lädt Monika E. König ein, als Backup ich. Es gibt auch eine Sharing-/Einlademöglichkeit nur über ein Link – ich bin noch nicht dazu gekommen, das zu testen. Wenn heute jemand dazu kommen möchte, ist der einfachste Weg, es während des Hangouts zu twittern.)

      • Werner Povoden sagt:

        Danke für die schnelle Antwort. Ich verwende in dem MOOC Projekt dass ich aufgrund dieses Kurses versuche umzusetzen eine Anwendung, die es ermöglicht mit einem Sessioncode jedem den ich in der Videokonferenz haben möchte ad hoc einzuladen. Er bekommt vom Veranstalter ein Link zugesandt und durch anklicken gelangt er in den virtuellen Konferenzraum ohne sich bei Google+ z. B. anzumelden. Desweiteren haben die Teilnehmer die Möglichkeit mobil sich der virtuellen Konferen zuzuschalten, eben mit dem gleichen Sessioncode. Hierfür stehen Apps, sowohl für die Apple Produkte als auch für Android Geräte zur Verfügung. Somit kann gewährleistet werden, dass in bezug auf virtuelle Konferenzen kein Medienbruch entsteht. Wichtig ist meiner Meinung nach, dass die technischen Barrieren so gering als möglich sind. Zu dem Tool von Goggle habe allerdings noch keine Erfahrungen gemacht. Deshalb interessiert es mich, ob so ein Szenario auch mit Hangouts zu realisieren ist.

  2. Was mir gerade auffällt: So eine Form des Hangout ist für mich weniger “direkt” partizipativ als wenn das etwa über adobe Connect oder Big-Blue-button läuft. also jetzt muss ich “Umwege” machen um wirklich direkt was zu sagen…

    • Heinz Wittenbrink sagt:

      Ein Hangout hat aber den Vorteil, dass er von jedem gratis gemacht werden kann. Außerdem kann man auch über den YouTube-Stream chatten. Und – das haben wir diesmal gemacht – man kann frei zur Teilnahme einladen.

      Bei diesem MOOC wollen wir mit Techniken arbeiten, die leicht zugänglich sind. Deshalb haben wir bewusst auf Adobe Connect – das wir an unseren Hochschulen hätten benutzen dürfen – verzichtet.

  3. Ich habe noch zwei Fragen zum offenen Zugang (also ohne Zugangsvoraussetzungen):
    1. Gibt es Untersuchungen über die gesellschaftliche Struktur von MOOC-Teilnehmerkreisen?
    2. Und wie sieht es mit Barrierefreiheit aus? Was wird da aus Hangouts …?

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  1. [...] Meine Kurzzusammenfassung aus dem unrepräsentativen Teil der Artikel, die ich gelesen habe und der Hangout-Aufzeichnung: [...]

  2. [...] Kurs  wird gerade die Frage behandelt “Wie open sind MOOCs wirklich?”. Das einstündige Hangout on Air vom 31.1.2013 lohnt sich wirklich [...]

  3. [...] hohe Zahl von Lurkern in MOOCs (vgl. auch linke Seite bei Jasmin Hamadeh). Auch das sinngemäße Zitat von Ton Zijlstra: „Oftmals zu finden bei gut funktionierenden Communities of Practice: Menschliche Bedürfnisse [...]

  4. [...] wollte ich nur kurz „da durch huschen“. Aber dann habe ich die Aufzeichnung des Hangouts zu „Warum sind MOOCs offen?“ gesehen (ganze 3x übrigens) – und bin abgedriftet. Weil dort so viele interessante Fragen und [...]

  5. [...] hohe Zahl von Lurkern in MOOCs (vgl. auch linke Seite bei Jasmin Hamadeh). Auch das sinngemäße Zitat von Ton Zijlstra: „Oftmals zu finden bei gut funktionierenden Communities of Practice: Menschliche Bedürfnisse [...]



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