Georg-Siemens-Interview

Georg Siemens gibt Tipps für MOOC Maker

Georg Siemens, einer der Urväter des MOOC, hat seit 2008 rund ein Dutzend MOOCs zu verschiedenen Themen und mit unterschiedlichster Dauer (von 4-6 Wochen bis hin zu knapp einem Jahr) konzipiert und als Gastgeber durchgeführt. In diesem elf-minütigen Interview – aufgenommen von Andreia Inamorato vor drei Monaten in Südafrika – spricht er über die Ursprungsidee seines ersten MOOC mit Stpehen Downes und gibt Tipps, wie man als MOOC Maker am besten vorgeht – eine Pflichtvideotüre zur Vorbereitung des #MMC13 also. :-)

 

Hier ein paar Aspekte, auf die Georg Siemens eingeht, (sinngemäß, nicht wörtlich!) ins Deutsche übersetzt:

MOOCs sind Teil der OER-Bewegung

Was war die Urprungsidee für den ersten MOOC von Georg Siemens und Stephen Downes im Jahr 2008? Die beiden haben sich schlichtweg gedacht: Wie wäre es, wenn wir für die Lehre das tun, was MIT für den Inhalt tut? (“What if we did for teaching what MIT did for content?”) Mit dieser Aussage wird bereits deutlich, in welchem Verhältnis MOOCs und Open Education(al Resources) seiner Meinung nach stehen, nämlich in einem sehr engen - ausführlicher beantwortet ab Minute 3.30: Die MOOCs, die er u.a. gemeinsam mit Stephen Downes bislang angeboten hat, sind sehr stark der Idee von Open Education und der OER-Bewegung verpflichtet. Er weist darauf hin, dass die MOOCs der großen Univerisitäten, wie sie zurzeit via Coursera, Udacity oder EDx durchgeführt werden, ihre Inhalte wesentlich exklusiver zur Verfügung stellen und beispielsweise auch keine Weiterverwertung z.B. in Form von Remix erlauben. Für ihn ist jedoch ganz klar: MOOCs sind ursprünglich der Open Education und OER-Bewegung entsprungen.Darauf weist er ganz am Ende des Interviews auch noch einmal hin.

Tipps für MOOC Maker

Ab Minute 5 wird Georg Siemens gefragt, welchen Rat er Menschen geben würde, die selbst einen MOOC kreieren und durchführen wollen. Seine ausführliche Antwort lautet:

  1. “Juyt try it!” Denn, so Georg Siemens weiter: Der beste Weg herauszufinden, was in der Vorbereitung und Durchführung eines MOOCs zu tun ist, ist, selbst einen MOOC anzubieten. (“The best way to learn what is do be done is to run one!”)
  2. Such Dir ein Thema, das Dich als Lehrer/Trainer/Dozent wirklich interessiert und schau, ob Du ein paar Kollegen/innen – gern auch von anderen Institutionen oder aus anderen Ländern – begeistern kannst mitzumachen,
  3.  Überleg Dir, wie das Verhälntnis zwischen Inhalten und Curriculum sein soll und integriere beispielsweise andere Experten/innen als Keynote Speaker.
  4. Überleg Dir, was Du möchtest, dass Deine Teilnehmer in der Lage sind zu tun und selbst zu kreieren. Bedenke dabei, dass die Grundidee ist, Teilnehmer miteinander in Kontakt zu bringen, und nicht ausschließlich mit dem Dozent und diesem dargebotenen Inhalten verbunden zu sein.
  5. Mach Dir klar, welche Unterstützung die Gastgeber leisten können und sollten – wie sieht der Learners’ Support aus?
  6. Werde Dir über Deine Erwartungen in punkto Größe bzw. Teilnehmerzahlen klar und versuche nicht zwingend, mit tausenden von Teilmnehmern zu starten – 100 ist eine gute Größe für den ersten MOOC.
  7. Wenn der Kurs dann startet, sieh zu, dass Du den Teilnehmern eines vermittelst: “Alles ist im Fluss, alles verändert sich.” (“Things will change.”) Denn sie sind es bislang gewohnt, dass alles vorbestimmt und durchstrukturiert ist – hilf ihnen dabei zu verstehen, dass das in einem MOOC nicht der Fall ist. Ermuntere sie zu experimentieren und den Kurs als Experiment zu begreifen.

Und der Mehrwert für die MOOC-Gastgeber?

Ab Minute 8 kommt dann die abschließende Frage an Georg Siemens, was er denn als Lehrender von einem MOOC habe: Als Anbieter eines MOOCs, so seine Antwort, macht man selbst eine großartige Lernerfahrung. Es ist eine wunderbare Chance, sich mit anderen Kollegen und Studierenden zu vernetzen. Die größte Motivation, einen MOOC durchzuführen, ist das, was man selbst dabei lernt. (“The learning experience for myself is one of the biggest motivators.”)

***

Die Haltung, mit der Georg Siemens an MOOCs herangeht, entspricht auch sehr der unsrigen – und wir beherzigen zurzeit die Tipps 1 bis 6 in vollem Umfang, und zwar ganz intuitiv, denn dieses Interview habe ich tatsächlich erst vor wenigen Tagen entdeckt.

Comments
6 Responses to “Georg Siemens gibt Tipps für MOOC Maker”
  1. Ulrike Dolle sagt:

    Das ist der gleiche Ansatz, den wir in unserer Projektgruppe “Virtuelle Medien” verfolgen. Unserer Kommunikationsplattform ist eine geschlossene Facebookgruppe geworden. Das klappt sehr gut. Das mit den Referenten halten wir genauso. Sie waren ja auch schon da :-) , durch Caroline Kliemt.
    Ich freue mich auf meeeeehr!

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