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MOOC Manifest | re:publica 2013 (Vortragsskript und Charts)

Gute MOOCs – böse MOOCs? Openness als Killerkriterium!

Das Manifest der #MMC13 MOOC Maker für mehr Offenheit in Online-Lernkontexten

Den 1. Teil unseres Vortrags auf der re:publica 2013 hatten wir ja bereits im Vorwege gebloggt (und zwar HIER). Hier geht es nun mit dem Herzstück weiter…

Gute MOOCs – böse MOOCs? Openness als Killerkriterium – re:publica 2013 – Dörte Giebel – Monika E. König – Heinz Wittenbrink from Dörte Giebel

 

Als die Kanadier George Siemens und Stephen Downes das Format der MOOCs entwarfen, haben sie für Bildungs- und Lernformate eine ähnliche programmatische Formulierungsarbeit geleistet wie die Autoren des Cluetrain-Manifests für Marketing und PR oder Autoren wie Dan Gillmor und Jay Rosen für den Journalismus im Netz. Sie haben die Andersheit und Neuheit des WWW nicht eingeebnet, sondern betont, und sie haben Konsequenzen daraus für Bildungsangebote gezogen.

Was war die Urprungsidee für den ersten MOOC von Georg Siemens und Stephen Downes im Jahr 2008? Die beiden haben sich schlichtweg gedacht: Wie wäre es, wenn wir für die Lehre das tun, was MIT für den Inhalt tut? (“What if we did for teaching what MIT did for content?”) (Quelle)

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Exkurs: Was hat MIT denn getan?

Das Massachusetts Institute of Technology hat bereits um die Jahrtausendwende begonnen, daran zu arbeiten, sämtliches Kursmaterial frei verfügbar ins Netz zu stellen – die Website “MIT OpenCourseWare” ging 2002 mit den Materialien der ersten 50 Kurse online, 2003 waren es schon 500 Kurse, 2007 1.800, heute sind es über 2.000 – und alle Materialien stehen unter der CC-Lizenz Attribution-NonCommercial-ShareAlike 3.0 United States (CC BY-NC-SA 3.0 US).

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Mit dieser Aussage von Georg Siemens  - “What if we did for teaching what MIT did for content?” – wird bereits deutlich, in welchem Verhältnis MOOCs und Open Education(al Resources) seiner Meinung nach stehen, nämlich in einem sehr engen.

Georg Siemens weist im Interview, aus dem der obige Satz stammt, darauf hin, dass die MOOCs der großen Univerisitäten, wie sie zurzeit via Coursera, Udacity oder EDx durchgeführt werden (und bald auch dank iversity an hiesigen Hochschulen), ihre Inhalte wesentlich exklusiver zur Verfügung stellen und beispielsweise auch keine Weiterverwertung z.B. in Form von Remix erlauben.

Sein Kollege Stephen Downes betont darüber hinaus, dass MOOCs ihre Wirkung der Wissensbildung jenseits der klassischen Lehrer-Schüler-Beziehungen entfalten. Es gibt seinem Verständnis nach im Konnektivismus  kein Aushandeln des Richtig oder Falsch zwischen Lehrenden und Lernenden:

“Die Lernenden wählen das Material aus, das sie für nützlich halten (wenn überhaupt). Dies liegt daran, dass es nicht etwa Ziel des Kurses ist, ein Fachgebiet zu beherrschen – tatsächlich gibt es gar kein bestimmtes Ziel des Kurses. Jede/r Lernende bringt eigene, persönliche Ziele mit, und daraus ergibt sich die jeweils individuelle Auswahl eines Lerninhalts. Ein ‘Kurs’ im konnektivistischen Sinne ist nicht definiert durch die Beziehung zwischen ‘Lehrenden’ und ‘Lernenden’. [...] Jeder Kursteilnehmer hat eine andere Sichtweise, und das Zusammenspiel der verschiedenen Perspektiven generiert neues Wissen. Der Versuch, diese Perspektiven zu steuern – um sie in irgendeiner Weise ‘auf Linie zu bringen’ – behindert in Wahrheit den Prozess der Wissensbildung.” (Quelle)

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EXKURS: Was ist Konnektivismus im Kontext des Online-Lernens?

Das Fachwort für das Modell des oben beschriebenen Lernens und Lehrens wurde wiederum von Siemens, seines Zeichens (auch) Lerntheoretiker, im Jahre 2005 geprägt. Zwar wurde es bereits anfangs der Neunziger vereinzelt als Begriff benutzt, für dessen Verbreitung, der Ausarbeitung der Theorie dahinter, und Einführung als eine nach Behaviourismus, Kognitivismus und Konstruktivismus neuerliche Lerntheorie sind jedoch wie gesagt Siemens, später auch – wer hätte es gedacht – Downes verantwortlich.

Es handelt sich dabei um einen Perspektivwechsel, der die Blickrichtung auf das Netzwerk lenkt. Dabei ist Netzwerk nicht nur als Vernetzung verschiedener Personen gedacht, sondern vielmehr ebenso als Vernetzung mit nicht-menschlichen Quellen.

Konnektivistisches Lernen beinhaltet – bezogen auf einen konkreten MOOC – insofern potentiell Aspekte wie z.B.

  • als Lerner selbst sein Lernziel festzulegen, dieses öffentlich zu äußern und nach Bedarf zu modifizieren.
  • über das Lesen von Publikationen anderer Teilnehmerinnen eines MOOCs sein Wissen darüber auszubauen, er welche Expertise ins Themenfeld einbringt/einbringen kann.
  • Beziehungen zu diesen Experten zu pflegen und aufrecht zu erhalten.
  • sich selbst über Publizieren im Netz als Experte zu positionieren.
  • als Lerner eigenständige Entscheidungen zu treffen, welche Quellen von welchen Teilnehmerinnen und welchen Ursprungs als relevant erachtet werden.
  • an Diskursen teilzunehmen, bei denen es um die Weiterentwicklung eines spezifischen Wissensgebiet geht, nicht um die Erhaltung des bisherigen Standards.

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Tatsächlich vollziehen die MOOCs, die zurzeit im großen Stil von Universitäten und Unternehmen angeboten werden, einen reaktionären Rückschritt. Sie versuchen, vorgegebene und in klassischen institutionellen Lernkontexten weiterverwertbare Lernziele mit klassischen Lernmethoden online umzusetzen: Die Rede ist von Frontalunterricht in Form von Online-Vorlesungen, klassischen Prüfungen in Form von Online-Testing via Multiple Choise oder Projektarbeiten unter strengen formalen Vorgaben, teilweise sogar mit einer Zwangseinteilung in solche Lerngrupen. Es handelt sich dabei nicht um MOOCs im konnektivistischen Sinn, sondern eher um klassischen Fernunterricht – jetzt im Internet und kostenfrei. Das mag neu sein, aber innovativ unter Auschöpfung des Potenzials des Internets ist es nicht.

Mit konnektivistischen MOOCs, die der Open-Bewegung zuzurechnen sind, haben sie etwas so viel zu tun wie CD-ROMs der 90er Jahre mit Websites. Vielleicht kann man auch sagen: Wie proprietäre Apps für eine bestimmte Mobilplattform mit Standard-basierten Web-Apps.

MOOCs brauchen ökonomische Offenheit für den “cognititiven Surplus”

Hat vielleicht der eine oder die andere den Zitatsplitter in der Headline erkannt? “Co­gni­tive Sur­plus: Crea­ti­vity and Ge­ne­ro­sity in a Connected Age” heißt das siebte Buch des US-ame­ri­ka­ni­schen In­ternet-Ex­perten Clay Shirky. Seine These, die er darin entfaltet: “Während der Konsum der tra­di­tio­nellen Me­dien un­sere durch ge­sell­schaft­liche Pro­duk­tivitäts­stei­ge­rung an­wach­sende Frei­zeit jahr­zehn­te­lang ver­schwen­dete, werden wir durch das Netz Schritt für Schritt zum me­dialen und ge­sell­schaft­li­chen Ak­teur und ver­bes­sern durch unser Han­deln die Ge­sell­schaft. Bestätigt sieht Shirky seine These durch eh­ren­amt­liche Pro­jekte wie Wikipedia.“ (Quelle)

Was hat das jetzt mit MOOCs zu tun?

In Bezug auf diese xMOOCs aber auch auf cMOOCs wird immer wieder die Frage nach dem “Business-Modell” gestellt. Natürlich  können wir hier diese Diskussion nicht führen. Wir möchten aber darauf hinweisen,  dass die alte Entgegensetzung von “Markt” und “Organisation” gerade im Web oft nicht greift:

Viele der typischen Entwicklungen im Web haben weder unmittelbar kommerzielle Motive, noch werden sie von Organisationen angeboten, sondern sie entwickeln sich netzwerkartig. Yochai Benkler und Clay Shirky sich mit dieser dritten Form ökonomischen Handelns beschäftigt haben, Benkler erst in seinem Aufsatz “Coase’s Penguin, or Linux and the Nature of the Firm” und dann in seinem Buch “The Wealth of Networks”.

Wenn Menschen Dinge wie die Wikpedia schaffen, tun sie dies zu einem großen Teil aus intrinsischer Motivation. Psychologische Experimente haben gezeigt, dass man dieser intrinsischen Motivation sogar schadet, wenn man sie mit unmittelbaren ökonomischen Anreizen verbindet. Genau so schädlich sind unseres Erachtens die Diskussionen um die Verwertbarkeit des in MOOCs Gelernten – genauer gesagt, die Verwertbarkeit der MOOC-Teilnahmen, wenn nämich Modelle für die Vergabe von Credits entwickelt werden, die von Universitäten auf Studiengänge angerechnet werden können. Benkler spricht davon, dass sich die Teilnehmer an offenen Projekten wie der Wikipedia oder Linux selbst ihre Aufgaben zuweisen. In einem Netzwerk ist das oft effizienter, als die Entscheidungen einer zentralisierten Organisation oder des Marktes. Benkler spricht von der “Peer Production” als einer in vielen Bereichen ökonomisch sinnvollen Alternative zum Markt oder zur zentralisierten Produktion.

Heinz stellt in Auseinandersetzung mit einer aktuellen Studie zu kooperativem Handeln in Netzwerken eine steile These auf, die sich lohnt zu diskutieren: “Lernen mit Social Media und das Erlernen des Umgangs mit Social Media funktionieren offenbar nur in einem Setting, in dem die Teilnehmer sich frei entscheiden, mit wem sie sich austauschen.” (Quelle)

MOOCs im konnektivistischen Sinne stellen diese Freiwilligkeit in den Mittelpunkt ihres “didaktischen” Konzeptes. Gastgeber von solchen MOOCs machen sich weniger Gedanken um die didaktischen Tricks, wie die Motivation zu Lernen aufrecht erhalten werden kann, als viemehr darüber, wie sie es den Teilnehmer/innen leicht machen können, sich untereinander zu vernetzen und ihr eigenes Ding zu machen. Manche nennen das Ermöglichungsdidaktik.

Wir sagen: Wenn “gute MOOCs” im Prinzip vorrangig einen Rahmen und Anknüpfungspunkte schaffen, damit davon ausgehend im Netzwerk eigenständig neues Wissen produziert werden kann, dann müssen auch die Inhalte, die als Impulse zur Verfügung gestellt werden, zwingend dem Open Source Prinzip gehorchen, den nur dann kann selbstbestimmt Neues entstehen.

Offene Standards – warum OER?

Wenn wir MOOCs als Open Source-Projekte (unabhängig von Gewinn-Intentionen oder der Absichten einer Organsation) verstehen wollen,  dann können sie nur gelingen, WEIL und WENN sie mit Material arbeiten, dass für alle Teilnehmer zugänglich ist und frei weiterverwendet werden kann. Wie bei der Open Source Software spielen deshalb offene Lizenzen eine entscheidende Rolle. Im Erziehungsbereich spricht man hier von “Open Educational Resources”. Gerade läuft ein eigener MOOC speziell zu diesem Thema, wir haben ihn eingangs erwähnt, der #COER13.

Die wichtigsten Elemente einer CC-Lizenz für Open Educational Ressources im Rahmen eines MOOC lauten: Das Werk bzw. der Inhalt darf vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden UND Abwandlungen und Bearbeitungen des Werkes bzw. Inhaltes sind erlaubt. Nur so funktionieren die vier Prinzipien, die Stephen Downes und Georg Siemens für ihre ersten MOOCs ausgerufen haben: Aggregate – Remix – Repurpose – Feed Forward.

So gesehen, und das ist unsere letzte These, die wir hier vertreten wollen, wird vernetztes Lernen im Internet zu einer medialen Aktivität, zu einer Form des offenen Publizierens im Netz.

Den Teilnehmern an einem MOOC, wir wir ihn verstehen, ist es selbst überlassen, in welcher Form und mit welchen Mitteln sie sich austauschen und Inhalte publizieren. Wir haben beim #mmc13 bewusst auf eine zentrale Lernplattform verzichtet und als Organisatoren vor allem ein einfaches WordPress-Blog verwendet. Die Teilnnehmer/innen haben selbst entschieden, ob sie z.B. bloggen oder twittern. Von uns ungeplant hat sich eine sehr aktive Google+-Community entwickelt. Wir selbst hatten Google+ nur als Plattform für Hangouts on Air auf unserem Radar. Einige Teilnehmer/innen haben Inhalte mit Pearltrees kuratiert und zugleich auch andere in diese Plattform eingeführt.

Entscheidend ist, dass alle diese Plattformen es erlauben, dass Inhalte miteinander verlinkt werden, und auch, dass sich Inhalte abonnieren lassen – mit offenen Techniken wie RSS oder mit wenigstens leicht zugänglichen Streams wie denen von Twitter oder Google+. Nicht unwichtig ist dabei vielleicht auch, dass niemand gezwungen ist, sich in eine neue Plattform einzuarbeiten. Man benötigt sicher etwas wie allgemeine Web Literacy, aber man muss nicht spezielle Tools erlernen, nur um an einem Kurs teilzunehmen.

Was unterscheidet einen solchen MOOC von einem sozialen Netzwerk oder einer Blogger-Community?

Die Frage liegt nahe, und sie wurde immer wieder gestellt. Wir sehen einen wichtigen Unterschied in dem organisierten zeitlichen Ablauf. Es gibt einen Rhythmus, in unserem Fall einen Wochenrhythmus, für die Kommunikation, und es gibt einen deutlich erkennbaren Beginn und einen deutlich erkennbaren Schluss sowohl des ganzen Kurses als auch der einzelnen Abschnitte. MOOCs sind ein Publikations- oder eine Publikations-Sammel-Format – aber sie sind zeitlich anders getaktet als andere Online-Publikationsformate.

Wir sehen MOOCs als Konversationsform und “Genre”. Als Vision haben wir ein entschultes, offenes Lernen vor Augen, als Bestandteil des Alltags im Web. Vielleicht ist das auch schlichtweg die Auferstehung des Autodidakten, heute jedoch vernetzt mit anderen.

Erst wenn wir den Mut haben, uns den Zwängen der Ökonomisierung des Lernens zu verweigern, forcieren wir Innovationen. Insofern möchten wir hier auch einmal die enormen Teilnehmerzahlen der xMOOC ein wenig kritisch betrachtet wissen. Das sind zunächst einmal genau deshalb so viele, weil es da was umsonst gibt. Umsonst ist aber noch nicht wirklich innovativ…

Wie geht es jetzt weiter?

Wir wissen es nicht bzw. können schlichtweg nur für uns sprechen… Wir experimentieren alle drei zurzeit mit verschiedenen Formaten und Rollen in laufenden und zukünftigen MOOCs. So ist Monika beispielsweise bei der Vorbereitung von gleich zwei weiteren MOOC-Projekten mitbeteiligt.

#els13:  Hierbei handelt es sich um einen bMOOC (Bleded MOOC), mit dem versucht wird, eine traditonelle (eLearning)Konferenz mit dem MOOC-Format zu vermischen. Bei der Konferenz handelt es sich um die eLearning Summit Tour 2013, mit dem MOOC sollen die zu Beginn jedes Konferenztages abgehaltenen sog. Wake-up-Calls in abgefilmter Form den Ausgangspunkt für Gegenreden und kontroverse Diskussion bieten. Avisierter Start des bMOOC mit dem Hashtag #els13 ist Herbst diesen Jahres.

#moocfellowship: Tatsächlich hat sich Monika mit ihrer FH auch für das #moocfellowship beworben, für das derzeit abgestimmt werden kann. Bei dem avisierten MOOC handelt es sich um einen cMOOC durch und durch, bei dem es um die Kunst des Argumentierens geht. Wer die “Produktion” des MOOCs mitermöglichen will, dem sei für eine seiner 10 Abstimmungs-Stimmen gedankt. https://moocfellowship.org/submissions/die-kunst-des-argumentierens

Und wir unterstützen Initiativen wie …

ununi.tv – die Crowd University for Modern Life (http://www.ununi.tv/) oder die Initiative von Joachim Sucker, einen volkshochschulweiten MOOC durchzuführen, um tausende von VHS-Mitarbeiter/innen fit fürs vernetzte Lernen via Internet zu machen (siehe u.a.:  http://allesauszucker.wordpress.com/2013/02/25/vhs-mooc/).

Wo Ihr uns findet

Ein guter Ort, sich mit den MOOC Makern dieses #MMC13 weiterhin zu vernetzen, ist die nach wie vor aktive Google+ Community – wir sehen uns!

Mit engagierten Grüßen
Dörte, Heinz & Monika

Comments
7 Responses to “MOOC Manifest | re:publica 2013 (Vortragsskript und Charts)”
  1. martin sagt:

    dann hinterlasse ich auch hier meine stereotypen randbemerkungen:

    – der remix-aspekt von openness scheint mir hier überschätzt. in der gegenwärtigen situation ist “ständige zugänglichkeit übers netz, hier und jetzt” entscheidend.

    – wesentlicher aspekt des weblernens ist es, inhalte zu verdoppeln und zu spiegeln: wenn man gezwungen ist (mangels CC-lizenz), grafiken selbst schludrig zu zeichnen, die für mich wichtigen kernaussagen aus PDFs für mich selbst zu rebloggen usw. … dann heißt das Aus der Not eine Tugend machen.
    und diese workarounds kommen der grundidee des weblernens näher, als wiederverwendung von noch so offenen mundfertigen materialien. (das gilt natürlich nicht für quellen.

    – unterschätzt scheint mir auch relative openness als “user experience”: leute, die in der provinz sitzen und sich in einen coursera-kurs einschalten, der ihnen zusammen mit 1000en hochmotivierten gleichgesinnten zugang zu cutting edge-big data-algorithmen gibt … für die kann sich das begeisternd und “offen” anfühlen, trotz hart getaktetem curriculum. “offenheit” ist ein EFFEKT, keine objektive checkliste. (obwohl es natürlich kriterien gibt und mehr offenheit generell immer vorzuzuehen ist.)

    zwischen “gemeinen, ausbeuterischen, patriarchalischen xMOOCs mit zahlenfetisch-MINT drin” und “meta-edu-hippie-happenings” ist viel raum, und de facto spielt sich imho alles interessante dazwischen ab. das gerät leicht aus dem blick, wenn man sich an diesem c/c-dualismus abarbeitet.

  2. Tanja Ries sagt:

    Vielen Dank für diesen Beitrag.

    Als absolute Befürworterin von individuellem selbstbestimmten Lernen und Ermöglicherin desselben in einem neuen Projekt – STREET COLLEGE – beschäftigt mich gerade die Frage: Wie kann in Zukunft erworbenes Wissen zertifiziert/ belegt werden?
    Als Beispiel: Wenn 10 Menschen an ein und dem selben Kurs teilnehmen werden 10 verschiedene Ergebnisse an Wissenserwerb dabei herauskommen – abhängig von Intensität der Teilnahme, Vorkenntnisse usw.
    Wie kann diese frei, individuell und selbstbestimmt erworbene Wissen in Zukunft zertifiziert/ belegt werden? Wer beschäftigt sich sonst noch mit dieser Frage?

    Ich freue mich über einen Austausch darüber. Tanja Ries

  3. Sylvia Moessinger sagt:

    Toller Artikel (und SlideShare Präsentation) dem ich voll und ganz zustimmen kann. Ich bevorzuge persönlich auch die cMOOCs am besten verbunden mit OER, deshalb bin ich auch beim #COER13 dabei, leider habe ich es zeitlich nicht bei eurem Kurs gepackt.

    LG Sylvia

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  1. [...] ""Wenn wir MOOCs als Open Source-Projekte (unabhängig von Gewinn-Intentionen oder der Absichten einer Organsation) verstehen wollen, dann können sie nur gelingen, WEIL und WENN sie mit Material arbeiten, dass für alle Teilnehmer zugänglich ist und frei weiterverwendet werden kann. Wie bei der Open Source Software spielen deshalb offene Lizenzen eine entscheidende Rolle. Im Erziehungsbereich spricht man hier von “Open Educational Resources”. Gerade läuft ein eigener MOOC speziell zu diesem Thema, wir haben ihn eingangs erwähnt, der #COER13.Die wichtigsten Elemente einer CC-Lizenz für Open Educational Ressources im Rahmen eines MOOC lauten: Das Werk bzw. der Inhalt darf vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden UND Abwandlungen und Bearbeitungen des Werkes bzw. Inhaltes sind erlaubt. Nur so funktionieren die vier Prinzipien, die Stephen Downes und Georg Siemens für ihre ersten MOOCs ausgerufen haben: Aggregate – Remix – Repurpose – Feed Forward.So gesehen, und das ist unsere letzte These, die wir hier vertreten wollen, wird vernetztes Lernen im Internet zu einer medialen Aktivität, zu einer Form des offenen Publizierens im Netz."..Ein guter Ort, sich mit den MOOC Makern dieses #MMC13 weiterhin zu vernetzen, ist die nach wie vor aktive Google+ Community – wir sehen uns!.https://plus.google.com/u/0/communities/102395295255858079882 Mit engagierten Grüßen Dörte, Heinz & Monika  [...]

  2. [...] zum Nachklicken – eingebunden, es gibt sogar den ausformulierten Text zum Nachlesen, und zwar hier. Das Einzige, mit dem ich nicht dienen kann ist eine Aufzeichnung, unser Vortrag fand nämlich auf [...]

  3. [...] “Wir sagen: Wenn “gute MOOCs” im Prinzip vorrangig einen Rahmen und Anknüpfungspunkte schaffen, damit davon ausgehend im Netzwerk eigenständig neues Wissen produziert werden kann, dann müssen auch die Inhalte, die als Impulse zur Verfügung gestellt werden, zwingend dem Open Source Prinzip gehorchen, den nur dann kann selbstbestimmt Neues entstehen.” Dörte Giebel, MMC13 Blog, 9. Mai 2013 [...]



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