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Schon xMOOC-müde? – D-A-CH MOOC News 49-2012

Liebe EduPunks, Rebellen des Lernens, Visionärinnen der Lehre!

seid Ihr schon MOOC-müde…? Wir glauben ja, dass der Gipfel der überzogenen Erwartungen noch nicht erreicht ist, gleichzeitig spüren auch wir wachsende Kritik an den so genannten xMOOCs der US-amerikanischen Universitäten mit ihren eng gesteckten Leitplanken, ihrem streng durchkomponierten Curriculum und ihrem Fokus auf Leistungsnachweise, Badges und Credits. Der Ruf nach freieren Lernstrukturen wird laut, und wer auch immer das MOOC-Jahr 2012 Revue passieren lässt, erinnert an die vergessene MOOC-Geschichte vor 2011, als MOOCs  noch ohne Teilnahmebescheinigungen auskamen und eher einer Vernetzung von Autodidakten glichen als einem Expermentierfeld von Elite-Präsenzhochschulen…

Wir werden mit den heutigen D-A-CH MOOC News auch ganz eindeutig den Fokus auf die Peer-to-Peer-Aspekte legen und haben dafür ein paar interessante Blog-Diskussionen ausgewählt, die wir Euch als Wochenendlektüre empfehlen.

Doch vorher wollen wir Euch auf ein wirklich innovatives und ambitioniertes Open Education Projekt aufmerksam machen, dass unserer Meinung nach nicht sterben darf:

Soll ununi.tv weiter leben? Entscheidet jetzt!

Wir zitieren aus dem Aufruf:

“Vor fast genau einem Jahr haben wir ununi.tv mit einem dreitägigen Kick-Off-Event gelauncht und euch das Projekt und unsere Vision vorgestellt: gemeinsames Lernen und Vernetzen an der Schnittstelle von Internet und Bewegtbild. Die ersten Sessions waren spitze, das Feedback durchweg positiv. Allerdings hatten wir gehofft, dass sich die Crowd nach dem Kick-Off der Idee stärker annimmt und eigeninitiativ (Weiter-) Bildungsangebote auf ununi.tv anbietet und sich auf diese Weise ein Netzwerk entwickelt, das sich neuen Lern-, Denk- und Kommunikationsansätzen öffnet und diese lebt. Leider hat das kaum funktioniert bzw. meistens nur dann, wenn wir selbst in irgendeiner Art und Weise involviert waren.”

>> Bitte nehmt an der Umfrage teil und sprecht den MacherInnen Euer Interesse an einem Fortbestand aus – eventuell sogar verbunden mit der einen oder anderen Projektidee, die via ununi.tv umgesetzt werden könnte.

Neues von deutschsprachigen Open Courses

iversity stellt ein…

Kennt Ihr schon den Aufruf von iversity an alle Lehrenden, sich bei iversity  (an) zu melden, wenn sie offene Online-Kurse anbieten wollen? Das Startup iversity will mehr sein als nur eine Lernplattform. Das iversity-Team will offene Lösungen schaffen, und zwar “ein cloud-basiertes Netzwerk, mit dem Lehrende und Studierende sich über Hochschulgrenzen hinweg austauschen können. Bei einem Hochschulwechsel bleiben die eigenen Materialien und Kontakte erhalten und in der Community ergeben sich wertvolle Netzwerkeffekte. Lehrende und Studierende können iversity unabhängig oder neben den existierenden Lösungen ihrer jeweiligen Hochschule verwenden – kostenfrei!”

Jetzt zündet iversity die nächste Stufe und hat eine Stelle für einen Frontend Developer ausgeschrieben, und zwar mit einem ganz eindeutigen Fokus auf MOOC-LMS: “iversity is already being used as the LMS of choice by hundreds of professors to organize classes at dozens of universities. Having received a lot of favourable feedback from our users, we are now setting out to conquer a new frontier. We want to move beyond the existing teaching formats and invent wholly new formats of teaching and learning. To this end we decided to work with educators and institutions from across Europe to develop a unique set of Massive Open Online Courses (MOOCs).”

Leuphana stellt vor…

Der MOOC “ThinkTank – Ideal City of the 21st Century” der Leuphana Hochschule startet am 9. Januar 2013 – entsprechend offensiv ist mittlerweile das Marketing geworden. Um zu wissen, was ich meine, reicht ein Blick auf deren Twitter-Account. ;-) Beworben wird in diesen Tagen vor allem das Video auf YouTube zur Ankündigung des ThinkTank-MOOCs von Leuphana. Das Video beschreibt sehr genau, wie der MOOC funktioniert, sprich wie die TeilnehmerInnen in virtuellen Teams zusammen arbeiten werden (müssen!). Es wäre wirklich klasse, wenn in unserem Meta-MOOC der eine oder die andere TeilnehmerIn des Leuphana-MOOCs über die Lernerfahrungen mit diesem Kursdesign berichtet. Mich erinnert es sehr an das Kursdesign des Standford-MOOCs “Designing a New Learning Environment” , den ich  belege und der in ähnlicher Form Gruppenarbeit, Leistungsnachweise bis hin zum Award der besten eingereichten Gruppenarbeit vorsieht…

#MMC13 macht auf…

Seit gestern (7.12.12) kann man sich für unseren MOOC-Maker Course, den ersten deutschsprachigen Meta-MOOC, anmelden – öffentlich und/oder anonym. Warum wir uns für diesen Anmeldeprozess entschieden haben, haben wir – ganz im Sinne der Metabetrachtung unserer MOOC-Konzeption und -Planung – hier begründet.

Beiträge in deutschsprachigen Blog und auf Konferenzen

Open Education für Selbstlernende – Anja C. Wagner

Anja C. Wagner, Co-Founder von FrolleinFlow und ununi.tv (und ImpulsgeberIn im ‘MMC13 in Woche 3), hat jetzt den Audio-Mitschnitt ihres halbstündigen Vortrags “Open Education für Selbstlernende” beim Summit of Newthinking #son12 (15./16.11.2012 in Berlin) veröffentlicht – hörenswert nicht zuletzt vor dem Hintergrund, dass das Originalformat des MOOC von Georg Siemens und Stephen Downes (heute cMOOC genannt) eines war, dass sich stark an Selbstlernende richtete.

Lernen 2.0: Didaktik der Autodidaktik – Lisa Rosa

Lisa Rosa, bloggende Lehrerin, seit 2005 in der Unterrichtsentwicklung im Referat Gesellschaft des Landesinstituts für Lehrerbildung und Schulentwicklung Hamburg tätig, hat sich Gedanken dazu gemacht, macht sich grundsätzliche Gedanken dazu, was Menschen zukünftig können müssen, um lebenslang lernfähig zu sein. Sie setzt dabei auf die Fähigkeit, ein persönliches Lernnetzwerk (PLN) aufzubauen und eine persönliche Lernumgebung (PLE) zu entwickeln: “Eine solche Lernumgebung ist die heute mögliche Lösung des Problems, dass jeder Mensch individuell und zugleich kollaborativ lernen muss, wenn er zu kreativen Leistungen fähig sein soll.” An den Beitrag von Lisa ROsa lassen sich sehr gut viele Fragen anknüpfen, die wir uns im Rahmen der 2. #MMC13-Woche in bezug auf Didaktik und Lernkompetenzen von MOOC-TeilnehmerInnen werden stellen müssen. Ich hoffe sehr, dass Lisa Rosa sich dazu auch einbringt.

BildungsErektion: Nachhaltiges Lernen vs. digitale Intervention – Anselm Maria Sellen

Anselm Maria Sellen – auf Twitter kurz amsellen – hinterfragt kritisch, ob projektbasiertes Lernen im Internet nicht teilweise zu einer effekthascherischen Show ohne Nachhaltigkeit wird. Angesichts des MOOC-Hype ist es nur zu berechtigt darauf hinzuweisen, dass wir vor lauter Effekthascherei (Wer hat den Größten …… MOOC?) nicht etwa die Lern-Effekte übersehen. Entsprechend habe ich mich an einer Antwort auf die BildungsErektion versucht: Kein MOOC ohne Show? Open Education zwischen Effekten und Effekthascherei

Mitschnitte der MOOC-Vorträge auf der Campus Innovation 2012

Die Aufzeichnung des Vortrags As Undercover Students in MOOCs” von Prof. Dr. Rolf Schulmeister auf der Open Inovation 2012 ist jetzt online verfügbar.

Das Gleiche gilt für den Vortrag von Claudia Bremer und Joachim Wedekind zu “MOOCs – kurzfristiger Trend oder nachhaltiges Lehr-/Lernszenario? Das Beispiel OPCO 2012″ (Ersatzlink)

MOOCs in den klassischen Medien

Die Presse, 03.12.12: Uni 2.0: Ein bisschen Harvard für alle

Martin Ebner, Leiter der Abteilung “Vernetztes Lernen” an der Technischen Universität Graz (und Talkgast im #MMC13 in Woche 3) ist von der österreichischen Zeitung Die Presse für einen ausführlichen Artikel zur aktuellen Entwicklung rund um MOOCs gebeten worden. Er sagt dazu in seinem Blog: “Nun ich habe versucht es grundsätzlich für gut zu befinden, habe aber auch zu bedenken gegeben, dass noch viel (Forschungs-)arbeit vor uns liegt um die tatsächlichen Mehrwerte auszuloten.”

In dem Artikel der Presse wird Martin Ebner so zitiert: “Er sieht in dem Onlinetrend eine Chance, dass Unis Expertise künftig breiter zugänglich machen, teilen und tauschen. Dass etwa die TU Graz, an der Ebner lehrt, künftig Unterlagen oder Kurse anderer Unis integriert, vor Ort mit Lehre ergänzt und selbst Inhalte teilt. Was Letzteres betrifft, ist die TU Graz bereits am Weg: Im Zuge der „Open-Content-Strategie“ werden viele Materialien schon jetzt online frei zur Verfügung gestellt. ‘Vielleicht bieten wir das künftig auch in Kursform an’, sagt Ebner. Nur: Derart massive Resonanz wie die US-amerikanischen Kurse werde so etwas kaum haben – dafür fehlt einfach der Ruf.”

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Es grüßen frei und offen
Dörte, Monika und Heinz

Comments
2 Responses to “Schon xMOOC-müde? – D-A-CH MOOC News 49-2012”
  1. Lisa Rosa sagt:

    Hi Dörte, Monika und Heinz! Ich freue mich, dass ihr etwas von meinem Zeug gebrauchen könnt. Gerne beteilige ich mich auch, wie gewünscht an der Diskussion. Bitte sagt mir, wie und wo, denn ich bin nicht so ganz im Bilde, was wo wie und wann passiert.

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