Flipped Classroom meets MOOCs - auf YouTube

Was MOOCs vom Flipped Classroom lernen können

Das hier unten eingebundene Video ist weitaus mehr als nur ein Erklärbär-Video (wobei es diesem Etikett ganz herorragend gerecht wird, denn nach dem Anschauen kennt Ihr definitiv den Unterschied zwischen cMOOCs und xMOOCs (ab ca. Minute 7:30 erklärt) und wisst, wie Unterricht/Lehre im Flipped Classroom funktioniert).

Claudia Bremer, die Grand Dame der deutschen MOOC-Bewegung, und Prof. Christian Spannagel, der Vordenker und Vormacher (!) in Sachen Flipped Classroom, berühren in ihrem (für den Fakultätentag Informatik am 22.11.2012 in Jena aufgezeichneten) Gespräch einen wesentlichen Punkt, den sich alle Anbieter von Online-Kursen zu Herzen nehmen sollten, und so auch wir MOOC-Maker:

Nutzt das entscheidende Potenzial von Live-Lehrveranstaltungen:

1. Seid interaktiv!

2. Seid spontan!

3. Lasst die Impulse von den Lernenden ausgehen!

Viel zu oft vergehen in Live-Veranstaltungen 90 Prozent der Zeit mit einem Vortrag des/r Lehrenden, der nicht einmal von Verständnisfragen unterbrochen wird. Damit wird eine Chance vertan, dass sich Menschen zum gleichen Zeitpunkt am gleichen (virtuellen) Ort aufhalten und sich miteinander austauschen könnten. Der Vortrag könnte schließlich genau so gut als Konservce zur Verfügung gestellt werden.

Auch MOOCs sind nicht davor gefeiht, diesen Fehler zu machen. Viel zu oft spulen auch hier Experten/innen ihre Präsentation runter und gehen maximal am Ende auf ein paar Fragen aus dem Textchat ein. Das es auch anders geht, hatte – wen wunderts – im Open Course 2011 der Flipped Classroom Experte Christian Spannagel bewiesen. Er führte die wöchentliche Live-Session ihrer ursprünglichen Bestimmung zu – was als Experiment in der angesetzten Durchführungsweise sicherlich kritikwürdig, aufs Ganze gesehen jedoch besonders wertvoll war: Es hatte sich für die TeilnehmerInnen schlichtweg gelohnt, wirklich live dabei zu sein, weil sie nur so in den Genuss von etwas gekommen sind, was im Nachhinein (mit der Aufzeichnung) nicht zu haben war.

In der Konzeption und Planung unseres MOOC-Maker Courses werden wir den durch das Konzept “Flipped Classroom” formulierten Anspruch an Live-Events versuchen einzulösen. Dies kann in zweierlei Hinsicht geschehen:

  1. Die TalkGäste in den wöchentlichen Google+ Hangouts in Air gehen auch wirklich auf aktuelle Fragen im MOOC-Verlauf ein und spulen kein vorgefertigtes inhaltliches Drehbuch ab. Die Experten/innen stellen beispielsweise Bezüge zu in den Tagen zuvor erstellten Beiträgen von TeilnehmerInnen her. Darüber hinaus können konkrete Fragen an die Experten/innen in den Tagen vorab von den TeilnehmerInnen gesammelt und zusätzlich auch spontan während der Sendung gestellt werden
  2. Nach dem Fishbowl-Prinzip werden in jedem Live-Event TeilnehmerInnen spontan in reingeholt, um spontan auf Augenhöhe mitzudiskutieren.

Zusätzlich zu dem wöchentlichen Freitags-Talk überlegen wir übrigens, ein weiteres Live-Event zu etablieren, das dem Anspruch eines Flipped Classroooms gerecht wird. Dies könnte eventuell auch ein Blog-Sprint sein…

Wir werden uns in jedem Fall daran messen lassen, ob es uns gelungen ist, den Live-Aspekt auszugestalten und zu einem echten Mehrwert für alle Teilnehmenden werden zu lassen – und nicht nur pseudo-live zu sein (Beispiel: auch ein Tatort wird auf Twitter reichlich komentiert, ohne live zu sein…).

***

Und nun ist es Zeit, für alle, die es noch nicht gesehen haben, dem Gespräch der beiden zu lauschen und sich inspirieren zu lassen:

 

PS: Christian Spanagel hat das Video auch in seinem Blog veröffentlicht und dort damit auch gleich eine spannende Diskussion entfacht. Nachlesen und selbst kommentieren lohnt sich!

Comments
5 Responses to “Was MOOCs vom Flipped Classroom lernen können”
  1. Ich finde, das ist ein gutes Vorhaben! Wir merken immer wieder, dass es sauschwer ist, den LIVE-Aspekt wirklich umzusetzen, auch bei “prinzipiell verdammt liven” Events wie “Dossenheim zur Kreidezeit”. Da ist es beispielsweise schwer, genügend “Zeit” für die Beiträge von draußen bereit zustellen, wenn die Gäste vor Ort sehr viel erzählen können… Hier bedarf es bereits guter Methoden / Strukturen / …, welche die LIVE-Beteiligung gut ermöglichen bzw. als wesentliches Strukturmerkmal bereits besitzen… Ich wünsch euch viel Erfolg und versuche, mit dabei zu sein!

  2. Hi Christian,
    danke für Dein Feedback, die guten Wünsche und Dein Commitment! ;-)
    Ich bin gespannt, wie “live” wir am Ende wirklich sein werden… Die Messlatte haben wir uns in jedem Fall mal recht hoch gelegt, denn bekanntlich lernen alle am besten, wenn etwas dann nicht so klappt, wie man es sich vorgenommen hat… So ein Soll-Ist-Abgleich ist dann besonders ergiebig.
    Du wärst in meinen Augen übrigens ein guter Reflektor – Lust, über diese Rolle, und wenn es auch nur für eine Woche ist, mal nachudenken? Wir haben Sie HIER ein bisschen ausführlicher beschrieben, feilen aber noch dran bzw. lassen den einzelnen Menschen, die sich dieser Aufgabe annehmen wllen, gern auch den Raum für eigene Ideen der Umsetzung.
    Viele Grüße
    Dörte

  3. Ja,könnte ich mir vorstellen. :) … in welcher Woche?

  4. Hihi… ich wollte gerade zusagen, und hab gesehen, dass du mich schon eingetragen hast! Sowas! :-) ))
    Okay, mach ich gerne!

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